bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren-erste Abschlagszahlung!

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bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren-erste Abschlagszahlung!

Beitragvon UlliZ » Di Dez 03, 2013 2:40 pm

Hallo!

hiermit möchte ich an das Insolvenzverfahren in Folge der Pleite der bkmu Bank AG aus dem Jahr 2002 (!) erinnern, bei dem sich jetzt so langsam die Quote beginnt herauszukristallisieren, und eine erste Abschlagszahlung auf die Quote zu erwarten ist.

Zur Erläuterung: bkmu war damals zur bis 20.000 Euro zu 90% abgesichert, so hat beispielsweise ein Einleger mit 10.000 Euro bisher 9.000 erhalten, einer mit 22.222,22 Euro 20.000 und jeder, der mehr als 22.222 Euro (incl. Zinsen bis zur Insolvenzeröffnung 01.08.2002) zu erhalten hatte, also z.B. 100.000 Euro, hat auch "nur" 20.000 erhalten, und mußte den Rest zur Tabelle anmelden.
Anders als heutzutage (letzter inländischer Fall: noa Bank) ist also jeder Sparer von Ausfällen betroffen, auch wer nur 100 Euro angelegt hat, liegt mit 10 Euro "hinten", von denen er dann aktuell einen Euro wiedersehen wird. Man könnte also anders formulieren: der Rückfluss der Spargelder wird im Jahr 11 nach der Pleite nun von 90 auf 91% angehoben, bzw. für die Anleger die oberhalb der Grenze 22.222 lagen, und alle, die Bankschuldverschreibungen gezeichnet haben, die nicht der Einlagensicherung unterlagen, werden jetzt demnächst die ersten 10% zurückgezahlt.
Größter Gläubiger auch in diesem Verfahren ist naturgemäß der EdB, also der Einlagensicherungsfonds selbst. Auch dieser bekommt jetzt (bald) seine ersten 10% zurück...

[ABSATZ ENTFERNT]
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Änderungen des Beitrages "bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren-erste Abschlagszahlung!" von UlliZ vom 03 Dez 2013 14:40
BEGIN DER ÄNDERUNGEN
In dem vorhergehenden Absatz, beginnend mit "Zur bkmu Bank AG ist zu sagen, [...]" wurden die Passagen entfernt, welche nach § 187 der Strafprozessordnung eine Verleumdung darstellen.
ERKLÄRUNG: Die Forenleitung wurde gebeten Behauptungen zu entfernen, welche nach des § 187 der Strafprozessordnung eine Verleumdung darstellen. Wir sind dieser Bitte unverzüglich nachgekommen.

In einem langen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Berlin, dass auf Anregung des Insolvenzverwalters Albers zustande kam, wurde festgestellt, dass keinerlei Untreue- und Betrugshandlungen vorlagen und deshalb das Verfahrens mangels Tatverdacht gemäß § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt wird.

Nach Aufforderung vom 04.06.2014 wurden am 05.06.2014 11:09 Passagen, welche nach § 187 der Strafprozessordnung als Verleumdung gelten, entfernt.
Nach Aufforderung vom 05.06.2014 wurde am 06.06.2014 11:00 der gesamte Absatz entfernt.

Der entfernte Absatz enthielt Mutmassungen darüber, dass der Insolvenzverwalter Geld auf dem Klageweg hereinholen müsse, sowie darüber, dass Partner insolvent seien bzw. Privatpersonen Privatinsolvenz beantragt hätten.

Die Entfernung des Absatzes wurde damit begründet, dass es bisher zu noch keiner rechtskräftigen Entscheidung gekommen sei.

ENDE DER ÄNDERUNGEN

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Man kann diese Problematik gut daran erkennen, dass jetzt, also über 11(!!!) Jahre nach Insolvenzeröffnung, gerade mal gut 10% der ausstehenden Verbindlichkeiten (in Höhe von rund 300 Mio. Euro) zusammen sind, um eine erste (!) Abschlagszahlung auf die Insolvenzmasse leisten zu können.

Alle Betroffenen mögen sich bitte an den Insolvenzverwalter Herrn RA Hartwig Albers, und die Anleihegläubiger an deren gemeinsamen Vertreter, Herrn RA Reinfrid Fischer, wenden, und ihm ihre aktuelle Bankverbindung zukommen lassen incl. SEPA-Daten, damit die Auszahlung erfolgen kann (in meinem Fall ca. 1.700 Euro. Immerhin).

Hier weitere Infos: http://www.bkmu.de/index.html

Im Vergleich dazu sind die deutschen Kaupthing-Anleger ja einigermaßen glimpflich davongekommen, und bkmu ist ein Beispiel hierzulande, dass auch eine der deutschen Bankenaufsicht unterliegende Bank a) pleitegehen kann und b) von den nicht durch die Einlagensicherung geschützten Beträgen der Großteil perdü sein kann :twisted:
Zuletzt geändert von lavcadio am Fr Jun 06, 2014 11:01 am, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Passagen, welche nach § 187 der Strafprozessordnung als Verleumdung gelten, entfernt. Auf erneute Anforderung wurde der Absatz vollständig entfernt.
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Re: bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren-erste Abschlagszahlung

Beitragvon bankomat » Di Dez 03, 2013 7:04 pm

Danke, dass wir auch mal über einen "Altfall" was hören.
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Einlagensicherung nicht belastbar

Beitragvon gokarn » So Dez 08, 2013 1:23 pm

Man sollte immer wieder mal wieder darauf hinweisen dass die Einlagensicherung (es sind ja eigentlich 2 Systeme - plus die der Sparkassen und Volks- und Raibas.) einfach nicht belastbar sind.
Auch bei Cashkurs war das mal wieder Thema und wer mag kann hier ein kurzes Interview zum Thema mit Hr. Schäuble angesprochen von Julia Jentsch ansehen und auf ihrer Hompage, die 'rasendereporterin'
http://www.rasendereporterin.de/2013/11 ... #more-1064
den Artikel lesen.
Hier empfehle ich noch den Kommentar von 'Stefan' der wirklich alles auf den Punkt bringt. Perfekt beschrieben.
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Re: bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren-erste Abschlagszahlung

Beitragvon bankomat » So Dez 08, 2013 5:06 pm

Na, die rasende Reporterin scheint mir eher den Beruf verfehlt zu haben, so was von grottig...
Köstlich, wie sich Schäuble zu Recht über sie lustig macht....

Der Kommentar von Stefan bringt die Angelegenheit, die die Reporterin offensichtlich gar nicht verstandenen hat, auf den Punkt.
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Re: bkmu Bank AG - Insolvenzverfahren - erste Abschlagszahlu

Beitragvon UlliZ » Mo Feb 15, 2016 8:13 pm

Letzte Woche, am 11.02.2016 war es so weit:

Auf die offenen Forderungen gegen die BkmU Bank AG i.I. wurde vom Insolvenzverwalter nach nunmehr fast 14 Jahren eine erste Abschlagszahlung in Höhe von 10% der Forderungen ausgezahlt. Das Insolvenzverfahren wird noch einige weitere Jahre andauern. Nicht wenige der Kunden sind inzwischen verstorben, denn überwiegend ältere Menschen legten dort ihr Geld an.

Gegenüber der BkmU-Pleite ist die Abwicklung der Kaupthing-Pleite ja geradezu "schnell" über die Bühne gegangen. Merke: insbesondere in entwickelten Volkswirtschaften wie hierzulande müssen Bankenpleiten möglichst vermieden werden, denn die Abwicklung der Insolvenz einer Bank ist kein Spaziergang. Das "Vermögen" einer Bank besteht ja ganz überwiegend aus Forderungen, und diese hereinzuholen ist, wie BkmU zeigt, ein Unterfangen, das sich - durch die Instanzen - über Jahrzehne hinziehen kann. Noch laufen Prozesse, für die der Insolvenzverwalter gute Chancen sieht. Spannend ist und bleibt, wann die Quote letztlich festgestellt wird, und wie hoch sie ausfallen wird. Oberhalb von 10% und sicher deutlich unterhalb von 100% liegt die Zielzone. Ich bin noch unter 60, und bin guten Mutes, es in meinem Leben noch erleben können zu dürfen... :roll:
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