Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Fragen und Diskussionen zu sonstigen Banken / Anlagen.

Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon prom » Mi Dez 04, 2013 8:58 pm

Hoffe das keiner aus unseren Reihen damit zu tun hat:

Schock für Anleger, die Genuss­rechte des Wind­kraft­spezialisten Prokon Regenerative Energien besitzen:
Nach neuesten Zahlen hat die Gesell­schaft Riesen­verluste angehäuft.
Ihr Stamm­kapital war Ende August aufgezehrt.
Das kann die Anleger hart treffen: Sie müssen Verluste voll mittragen, die über das Stamm­kapital hinaus­gehen.

Quelle: http://www.test.de/Genussrechte-Prokon- ... 12-04-1257
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon UlliZ » Do Dez 05, 2013 12:35 am

Vor PROKON-Genussrechten warnte schon vor Jahren die SdK. Das Problem ist: PROKON Genussrechte sind eine unbesicherte Mischform aus EK und Fremdkapital, also keine Anleihen. Daher droht den Anlegern statt der versprochenen 6-8% Rendite ein Kapitalverlust, der im Extremfall bis 100% reichen kann.
Die SdK hat schon vor Jahren analysiert, dass sehr optimistische Annahmen eintreffen müssen, damit die Genussrechte ihre Rendite abwerfen können und zu 100% zurückgezahlt werden könnten. Die trafen wohl nicht ein, und das Stammkapital der PROKON ist perdü. Nun müssen die Genussrechteinhaber "ran".

Für die PROKON-Anlageprodukte wurde an Stellen Werbung gemacht (Tageszeitung, U-Bahn, Werbeblättchen im Briefkasten) an dem ganz normale Verbraucher angesprochen wurden, die von Genussrechten, also eigenkapitalähnlichen Anlageformen, und den damit verbundenen hohen, dem Aktienmarkt vergleichbaren Risiken keine blasse Ahnung haben.

Viele von denen glauben nun, eine Art Sparanlage getätigt zu haben mit Zinsen, und glauben weiterhin, dass sie, wenn die Zinsen wegen Flaute am Windenergiemarkt mal ausbleiben, ihr Geld zurückbekommen. Dass das ein Irrglaube ist, wissen sie leider nicht. Prokon hat über diese Risiken auch nicht offensiv aufgeklärt. Da sie keine Bank sind, haben sie auch keine Aufklärungspflichten (PROKON hat die Genussrechte im Eigenvertrieb verkauft).

Selbsverständlich gibt es auch keine Einlagensicherung für Genussrechte.

Genussrechte, ähnlich wie Schuldverschreibungen, kann übrigens jeder herausgeben, man muss dazu keine Bank sein oder eine Banklizenz haben. Das Ganze nennt sich auch grauer Kapitalmarkt. Grau, weil zwar legal, aber unreguliert.
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon gokarn » So Dez 08, 2013 12:54 pm

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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon Matthieu » Di Dez 10, 2013 4:06 pm

prom schrieb:

Hoffe, dass keiner aus unseren Reihen damit zu tun hat:



Anscheinend leider doch. Ein Forist schrieb im vergangenen Dezember:

...und auch Prokon haben wir mal riskiert mit 5 Mille


Bitter. Da trösten wohl auch die - waren es 8% ? - Zinsen nicht, die es früher gab.
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon skorpionforever » Di Dez 10, 2013 5:15 pm

Falls es jemandem hilft, der auf den Prokon-Leim gegangen ist, hier eine Veröffentlichung der Verbraucherzentrale Hamburg hinsichtlich der Mindestlaufzeit für Prokon-Genussscheinen:

… So hieß es beispielsweise auf dem Zeichnungsschein für „Prokon Genussrechte Typ A“, dass die Mindestvertragslaufzeit der Geldanlage nur sechs Monate betrage. Laut Genussrechtsbedingungen war eine Kündigung aber erst frühestens nach Ablauf von fünf Jahren möglich.
Rein rechtlich gilt zwar die für den Anleger günstigere Regelung, also nach einem halben Jahr wieder aus dem Vertrag aussteigen zu können. Doch durch die widersprüchlichen Angaben könnte der Verbraucher von der falschen Rechtslage ausgehen.

Ob es Sinn macht schnell noch abzuspringen, kann ich nicht beurteilen.
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon Croc » Mo Jan 06, 2014 2:31 pm

Nachricht auf wallstreet-online zu Prokon-Genussrechten: Management fordert Zinsverzicht von Anlegern

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6490985-prokon-genussrechte-management-zinsverzicht-anlegern

Ich selbst habe mich für die Prokon-Genussrechte nie interessiert und bin deshalb über das aktuelle Geschehen auch nicht informiert. Ob die von dem erwähnten Anwalt empfohlenen Maßnahmen sinnvoll sind kann ich daher nicht beurteilen, ich kann auf Grund dieser Nachrichtenlage jedoch nur jedem investierten empfehlen, sich schnellstmöglich mit der Thematik auseinander zu setzen.
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon mogador » Do Jan 09, 2014 11:46 pm

Matthieu hat geschrieben:prom schrieb:

Hoffe, dass keiner aus unseren Reihen damit zu tun hat:



Anscheinend leider doch. Ein Forist schrieb im vergangenen Dezember:

...und auch Prokon haben wir mal riskiert mit 5 Mille


Bitter. Da trösten wohl auch die - waren es 8% ? - Zinsen nicht, die es früher gab.


Bin schon raus aus Prokon.


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ENERGIEKONTOR, Stufenzinsanleihe VI

Beitragvon mogador » 25 Nov 2013 13:23
Energiekontor hat eine neue SzA aufgelegt.
Hab drauf gewartet und heute 10.000 € gezeichnet.

Ersten 6 Jahre 6%, dann 4 Jahre 6,5%
ab 3.000€
Kein Agio

Die Anlage ist sehr gut besichert.

Prospekt lesen:
http://www.energiekontor.de/stufenzinsa ... ihe_VI.pdf
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon Mäusefalle » Sa Jan 11, 2014 1:28 pm

Die Lage scheint sich wohl zuzuspitzen.

http://www.welt.de/wirtschaft/energie/a ... lvenz.html

welt.de hat geschrieben:Prokon droht eigenen Anlegern mit Insolvenz

Der Windkraftkonzern hat einen Alarmbrief an seine Teilhaber gesendet. Wer jetzt sein Kapital zurückfordere, nehme bewusst die Insolvenz in Kauf. Noch im Januar könne das Unternehmen pleite gehen. Von Lars-Marten Nagel

Der Ökokonzern Prokon steckt in dramatischen Liquiditätsnöten. Schon in den nächsten Wochen könnte eine Insolvenz bevorstehen. Das offenbarte die Geschäftsführung jetzt in einem Rundschreiben an die 75.000 Anleger, die insgesamt 1,3 Milliarden Euro in den Itzehoer Windkraftproduzenten investiert haben.

In ungewöhnlich klaren Worten fordert Prokon-Chef Carsten Rodbertus seine Teilhaber auf, ihr Kapital nicht aus dem Unternehmen abzuziehen: "Eine Planinsolvenz kann nur verhindert werden, wenn wir für mindestens 95% des Genussrechtskapitals die Zusage erhalten, dass Sie uns Ihr Kapital mindestens bis zum 31.10.2014 nicht entziehen werden und einer Auszahlung, die auch in Raten erfolgen kann, zustimmen, oder wir ausreichend durch Neuzeichnungen unterstützt werden."

Falls doch zu viele Anleger ausstiegen, sei eine Insolvenz noch im Januar möglich: "Sollte es uns gemeinsam mit Ihnen, unseren Anlegern, nicht gelingen, die Liquiditätslage sehr schnell wieder zu stabilisieren, werden wir voraussichtlich Ende Januar gesetzlich gezwungen sein, eine Planinsolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einzuleiten", heißt es in dem Schreiben.
Prokon hat sein Geld vor allem in Windkraftwerke investiert

Die Nachricht dürfte Panik bei den Anlegern auslösen, denn Prokon-Anleihen sind sogenannte Genussrechte – eine riskante Anlage des grauen Kapitalmarkts, bei der Anleger an Gewinnen beteiligt werden, aber im schlimmsten Fall auch alles angelegte Geld verlieren können da sie als Gläubiger erst nach den Kreditgebern wie Banken bedient werden. Mitspracherechte haben Sie anders als Aktionäre keine.

Prokon-Anleger sollen Kündigungen widerrufen

Prokon errichtet mit dem Geld der Anleger vor allem Windräder. Auch Biokraftstoffe und Holzprodukte werden hergestellt. Allerdings fehlt bislang ein Beleg dafür, dass mit den Geschäften auch wirklich Geld verdient wird. Eine testierte Konzernbilanz gibt es nicht.

Der Konzern ruft seine Anleger nun auf, mittels eines Online-Formulars eine Entscheidung über die Zukunft ihrer Genussrechte zu treffen. Es gibt die Optionen, sie zu behalten, eine Kündigung zu widerrufen oder sogar noch mehr Geld bei Prokon anzulegen. Daneben steht wenig vertrauenserweckend: "Ich bin mir dabei darüber im Klaren, dass eingezahlte Gelder im Fall der Insolvenz Teil der Insolvenzmasse werden."

Anlegern, die ihr Geld trotz allem pünktlich und zeitnah zurück haben wollen, können auch das ankreuzen. Ihnen wird dort auch die Verantwortung oder zumindest ein schlechtes Gewissen eingeredet. Neben den Kästchen für die Auszahlung steht: "Ich werde meine Genussrechte zeitnah kündigen. Eine Insolvenz von PROKON nehme ich bewusst in Kauf".

Prokon macht andere für eigene Probleme verantwortlich


Dass Prokon andere für die negativen Entwicklung der letzte Monate verantwortlich macht, ist nicht neu. Carsten Rodbertus sieht sich und seine Firma seit längerem als Opfer von Banken, Verbraucherschützern und Medien. Dabei hat das Prokon-Management einiges zur aktuellen Verunsicherung der Anleger beigetragen.

Lange blieb es von Wirtschaftsprüfern testierte Geschäftszahlen – etwa den Jahresabschluss 2012 – schuldig. Dann gab es vor wenigen Tagen plötzlich vorläufige Geschäftszahlen der Gruppe, die allein für 2012 einen Verlust von 171 Millionen nannten, bei einem Umsatz von 410 Millionen Euro.

Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 gibt es noch nicht. Ein kürzlich von Prokon veröffentlichte Zukunftsprognose offenbarte, dass das Management erst ab 2016 wieder mit Gewinnen rechnet.

Anlegerschützer warnen schon länger vor Prokon

Dennoch: Regelmäßige Warnungen der Stiftung Warentest oder von Anlegerschutzgemeinschaften, dass Prokon nicht genug Geld einnehme, um die sechs bis acht Prozent Zinsen zu zahlen, kanzelte Prokon als Kampagne ab. Dass die Zinsen zu hoch kalkuliert gewesen sind, dokumentiert Prokon nun selbst überraschend auf seiner Webseite. Dort wird eine Beispielrechnung präsentiert, derzufolge Prokon bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 2,9 Prozent keine Verluste gemacht hätte.

Es ist eine späte Erkenntnis, bislang hieß es immer, es gebe "Stille Reserven", der Anleger könne unbesorgt sein. Noch im Dezember veröffentlichte Unternehmenschef Rodbertus eine Prognose mit klarer Botschaft: "Verzinsung und Rückzahlung des Genussrechtskapitals langfristig gesichert." Nun ist alles anders.

Prokon weigert sich seit Monaten, Anfragen der "Welt" zu beantworten. Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen zuletzt einen längeren Fragenkatalog ignoriert. Per Telefon war am Sonnabendvormittag niemand der Geschäftsführung zu erreichen.

Wie eng es wird, kann man aber auf der Prokon-Homepage verfolgen. 150 Millionen Euro wollen Anleger derzeit zurück, dank der Appelle der vergangenen Tage haben Anlager Kündigungen in Höhe von etwas mehr als acht Millionen Euro storniert (Stand Freitag 12:45 Uhr). Ob die Drohung mit der Insolvenz Prokon-Anleger umstimmt, werden die nächsten Tage zeigen.


Unter dem Titel"Wie kritisch ist die Lage bei Prokon wirklich?"gibt es dort auch ein Video.
"Welt"-Reporter Lars-Marten Nagel im Gespräch mit dem "Welt"-Investigativteam-Leiter Jörg Eigendorf.

Anleger, die masenhaft ihr Geld zurückordern und so die Insolvenz födern, kommt uns ja auch von Kaupthing her bekannt vor, nur dass Prokon-Genussrechte eben rechtlich einen anderen Stellenwert haben als einlagengesichertes TG und FG.
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Prokon: Kündiger kriegen erst mal nichts

Beitragvon prom » Fr Jan 17, 2014 1:38 pm

Prokon: Kündiger kriegen erst mal nichts

Anleger, die ihre Prokon-Genuss­rechte gekündigt haben, bekommen erst einmal kein Geld zurück.
Auf der Internetseite verkündet Prokon jetzt: „Tatsäch­lich können wir in der jetzigen Situation aber keinerlei Rück­zahlungen oder Zins­auszah­lungen vornehmen.“
Prokon Regenerative Energien hatte bereits in einen Nach­trag vom 14. Januar 2014 zum aktuellen Verkaufs­prospekt bekannt gegeben, dass gekündigtes Genuss­rechts­kapital „mindestens erst mit erheblicher Verspätung“, vielleicht aber auch gar nicht an die Anleger zurück­gezahlt werden könne.
Wer versuche, den Rück­zahlungs­anspruch gericht­lich durch­zusetzen, gehe ein Risiko ein, teilt Prokon mit.

Quelle: https://www.test.de/Prokon-Kuendiger-kr ... 01-17-1036
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon Croc » Mi Jan 22, 2014 7:56 pm

Prokon meldet Insolvenz an

Das ergebnislos verstrichene Ultimatum an die Anleger, ihr Geld ja nicht abzuziehen, war bereits ein böses Omen. Nun ist es amtlich: Prokon ist insolvent. Zehntausende Anleger fürchten um ihr Geld.

Quelle und vollständige Nachricht: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Anleger-fuerchten-nach-Prokon-Pleite-um-ihr-Geld-article12067286.html
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Re: Prokon hat Riesen­verluste angehäuft

Beitragvon VolkerM » Fr Jun 19, 2015 10:09 pm

hab soeben gehört, Prokon soll zu einer Genossenschaft umgewandelt werden. Das klingt doch mal nach einer guten Idee. Jedenfalls gefällt die mir besser, als die Alternative, dass einer der großen Energieversorger den Laden aufkauft. Dezentrale Energieerzeugung und auch dezentrale Eigentümer scheinen mir eine sehr gute Struktur.

Der Verein "Freunde von Prokon" (ich sehe da Gemeinsamkeiten mit diesem Kaupthing-Forum) haben dazu eine Pressemitteilung herausgegeben.
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