Klage gegen VW? EXPRESS-AKTIEN-ANLEIHE VOLKSWAGEN

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Klage gegen VW? EXPRESS-AKTIEN-ANLEIHE VOLKSWAGEN

Beitragvon sirtim » Mi Mär 16, 2016 9:53 am

Nach meinen guten Erfahrungen als ehemalige Kaupthing-Betroffene mit Eurem Forum
wende ich mich nach langer Zeit mit der Frage einer "Sammelklage???" gegen VW :evil: an Euch.
Ich habe folgende Zertifikate geerbt: EXPRESS-AKTIEN-ANLEIHE AUF VOLKSWAGEN PRF (WKN: LB02G5 ISIN: DE000LB02G55);
Emissionsdatum 06.05.2015.
für 100€ - heute 57,06€ - Wertverlust 42,98% - war auch schon viel weniger!
Welche sinnvollen juristischen Möglichkeiten gibt es gegen den Kursverlust vorzugehen oder ist vielleicht sogar jemand selbst betroffen,
so dass man zusammen Etwas unternehmen könnte??? Rechtschutzversicherung wäre bei mir vorhanden!
Für Antworten (vielleicht sogar von LAVCADIO?) wäre ich dankbar.
Dank im Voraus :!:
sirtim
 
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Re: Klage gegen VW? EXPRESS-AKTIEN-ANLEIHE VOLKSWAGEN

Beitragvon UlliZ » Mi Jan 04, 2017 6:52 am

Das ist kein Produkt von Volkswagen, sondern eine Anleihe der Landesbank BaWü (LBBW), basierend auf der Kursentwicklung der Volkswagen-Aktie. Da diese durch den Abgasskandal stark gesunken ist, sank auch der Kurs der Anleihe LB02G5.

Ob wirklich ein Schaden entsteht, wird man zu Laufzeitende am 15.06.2018 sehen, je nach dem wo die VW-Aktie dann steht und ob sich VW bis da hin vom Abgasskandal erholen konnte.

Wen man „verklagen“ könnte? Nun, das kommt darauf an, wer dir diese Anleihe unter welcher Voraussetzung verkauft hat. War es eine Bank, bei der du nach einer sicheren Anlageform nachgefragt hast, die dir das Papier als sehr sicher und solide verzinst verkauft hat? Dann gibt es eventuell Chancen wegen Falschberatung.
Wenn du die Anleihe aus eigenem Antrieb ohne Beratung selbst gekauft hast, wird die Sache schwieriger. Denn dann ist die Frage, ob die LBBW, als Emittentin, auf die Risiken ausreichend hingewiesen hat (Wertpapierprospekt), und ob ihr am 06.05.2015, dem Emissionstag, z.B. schon Kenntnisse vorlagen dass bei VW etwas faul ist, und sie diese bei der Emission des Produktes nicht ihren Kunden weiterleitete (schwierig zu beweisen, da die LBBW von sich aus so was wohl kaum einräumen würde).

Da das Papier noch eine gewisse Laufzeit hat kann man natürlich abwarten, ob es bis 2018 wieder auf 100% steigt (aktuell: 70,31%) und so kein Schaden entsteht. Denn dass das Papier während der Laufzeit auch unter 100% notieren kann steht mit Sicherheit im Prospekt, es ist ja kein „Garantiezertifikat“ . Womit wir wieder bei der Beraterhaftung sind: Wenn die Bank dir das Papier verkauft hat, und nicht den Wertpapierprospekt ausgehändigt hat bzw. ihn dir zugänglich gemacht hat, wäre das ein Ansatzpunkt.

Lass dich am besten von einem Fachanwalt für Kapitalanlagenrecht beraten- Lohnt sich natürlich nur, wenn mindestens 4-stellige Summen angelegt wurden.
UlliZ
 
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Re: Klage gegen VW? EXPRESS-AKTIEN-ANLEIHE VOLKSWAGEN

Beitragvon sirtim » Fr Jan 06, 2017 11:31 am

Hallo UlliZ

vielen Dank für Deine Antwort!

Ich habe mich zwischenzeitlich über Rechtsanwaltsgesellschaft Tilp einer Sammelklage angeschlossen
und werde hier berichten wie es ausgeht.
Es ist mir klar, dass ggf. eine Falschberatung durch die örtliche Sparkasse als Möglichkeit vorliegt.
Im Beratungsprotokoll meines verstorbenen Vaters (87J) - ich habe die Papiere geerbt -
ist das Risiko des Totalverlustes jedenfalls nicht angegeben.

Weißt Du, wie es mit der Verjährungsfrist im Falle einer Klage gegen die Sparkasse aussähe?

Allen ein Frohes und Gesundes 2017!!! :P
sirtim
 
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