Medienspiegel vom 08.12.2010

Links auf Medienberichte, gepostet von den Moderatoren - ohne Kommentare

Medienspiegel vom 08.12.2010

Beitragvon lavcadio » Mi Dez 08, 2010 11:13 am

Hinweis an Moderatoren: Bitte gerne dieses Post mit zusätzlichen Artikeln und Links ergänzen durch "Edit". Den zusätzlichen Medienlink bitte ergänzen im Format

ABC-Zeitung: ANFÜHRUNGSZEICHENTitel des ArtikelsANFÜHRUNGSZEICHEN ABSATZ
Link (kein Datum, denn das steht ja im Titel dieses Threads)

Bei Ergänzungen bitte zusätzlich eine Antwort im selben Thread erstellen, um die Aktualisierung zu dokumentieren.

Danke!


Medienspiegel vom 08.12.2010

WELT "Island weist Weg aus der Krise"
http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article11382942/Island-weist-Weg-aus-der-Krise.html

04.12.2010

Island weist Weg aus der Krise
Nach Bankenpleiten bald ausgeglichenen Haushalt erreicht - Irland büßt für Bankenrettung
Nobelpreisträger Paul Krugmann: Island ist ein Beispiel, wie man sich selbst über eine Insolvenz saniert


Island ist davon überzeugt, mit seiner radikalen Lösung einen rascheren Weg aus der Finanzkrise eingeschlagen zu haben als Irland. Vor zwei Jahren zwang das Land die Anleihegläubiger, einen Teil der Verluste nach dem Kollaps des Bankensystems zu schultern. Dadurch müssen isländische Steuerzahler nun geringere Schulden tragen als die Iren. Das isländische Haushaltsdefizit wird sich nach Schätzungen der Europäischen Kommission auf 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) belaufen und bis 2012 ganz verschwunden sein. Schöne Aussichten, im Gegensatz zu Irland, das aktuell mit einem Haushaltsloch von 32 Prozent zu kämpfen hat. Dort ist die 2008 abgegebene Garantie für das Finanzsystem nach hinten losgegangen.
Zwar dürfte die Rezession in Island auch im nächsten Jahr anhalten, aber die Exporteure des Landes profitierten bereits von einem Rückgang der Landeswährung Krone von 28 Prozent gegenüber dem Dollar seit September 2008. Das dürfte dazu beitragen, dass die Wirtschaft schneller wieder ins Gleichgewicht kommt als in Irland. Der isländische Aktienindex OMX hat dieses Jahr schon 17 Prozent zugelegt, das dritthöchste Plus in Europa nach Dänemark und Schweden. Island könne ein Paradebeispiel dafür sein, wie man sich selbst über eine Insolvenz saniert, applaudiert Nobelpreisträger Paul Krugman.
"Der Unterschied liegt darin, dass wir in Island Pleiten der Banken zugelassen haben", sagte der isländische Präsident Olafur R. Grimsson in einem Interview mit Bloomberg-TV: "Es handelte sich um privatwirtschaftliche Banken und wir haben kein Geld in sie gepumpt, um sie am Leben zu erhalten. Der Staat sollte die Verantwortung für die gestrauchelten privaten Banken nicht übernehmen."
Die Schulden der isländischen Banken verblieben bei den Instituten, ihre Gläubiger müssen noch 85 Mrd. Dollar wieder hereinholen. Die Frage, wer die Kosten von Bankenpleiten tragen sollte, wird immer mehr zu einem heißen Thema in Europa, sagte Grimsson. "Die Investoren in vorrangigen Anleihen in einigen Ländern müssen akzeptieren, dass sie Abschläge hinnehmen oder an Sanierungen teilnehmen müssen", erläuterte Michael Derks, Stratege bei FXPro Financial Services.
Sowohl Irland als auch Island wiesen zwischen 2005 und 2007 Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent auf, als sie ihre Wirtschaft internationalen Investments öffneten. Beide erlagen dann einem überhitzten Finanzsektor, der mit Summen jonglierte, die den jeweiligen Staatshaushalt bei weitem in den Schatten stellte. Die Rezession in Island wird in diesem Jahr noch schärfer ausfallen als in Irland. Allerdings dürfte Island das Euromitgliedsland 2012 überholen, so die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). Denn als Mitglied der Euro-Zone haben die Iren nicht die Option der Abwertung ihrer Währung.
Irland erhielt jüngst ein Rettungspaket über 85 Mrd. Euro. Dabei wurden jedoch Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel verwässert, dass Anleihegläubiger einen Teil der Kosten zukünftiger Rettungsaktionen tragen sollen. Stattdessen wurde die Bürde den Steuerzahlern aufgehalst.
Während Irland laut Krugman mit orthodoxen Maßnahmen reagiert hat - etwa Einsparungen und Garantien für Bankverbindlichkeiten, um im Euroraum zu bleiben - hat Island unkonventionell gehandelt: die Währung abgewertet, Bankverbindlichkeiten umgeschuldet und Kapitalbeschränkungen eingeführt. "Eine unkonventionelle Antwort funktioniert sehr viel besser als eine konventionelle", so Krugman.
Island erklärte seinen radikalen Kurs gegenüber den Verantwortlichen der Finanzkrise damit, dass es keine andere Wahl gab als die Banken pleite gehen zulassen. Vor ihrem Kollaps hatten die Banken Schulden in Höhe des Zehnfachen des BIP über zwölf Mrd. Dollar angehäuft. Finanzminister Steingrimur Sigfusson: "Es stellte sich nicht die Frage, ob wir die Banken retten würden. Sie waren viel zu groß."
Bloomberg

Quelle: http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article11382942/Island-weist-Weg-aus-der-Krise.html


Reuters: "Islands Notenbank lockert Zinszügel weiter"
Stockholm (Reuters) - Der vom IWF vor der Pleite bewahrte Inselstaat Island hat die Geldpolitik weiter gelockert.
Die Notenbank kappte den Leitzins am Mittwoch überraschend kräftig um einen vollen Prozentpunkt auf 4,5 Prozent. Sie hatte den Schlüsselzins von einem Höchststand von 18 Prozent im vorigen Jahr bereits in den vergangenen Quartalen schrittweise verringert. Mit dem billigeren Zentralbankgeld soll die Konjunktur stimuliert werden. Dieses Jahr ist die Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 3,0 Prozent geschrumpft. Für nächstes Jahr rechnet das Statistikamt mit einem Plus von 1,9 Prozent. Die Inselrepublik im Nordatlantik musste auf dem Höhepunkt der Krise vom Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Milliarden-Krediten gestützt werden, nachdem mehrere Geldhäuser zusammengebrochen waren.
Quelle: http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE6B705I20101208



RP-Online: "Streit um Wikileaks - Isländische Computerfirma will Visa verklagen"
Reykjavik (RPO). Wegen der Einstellung von Kreditkartenzahlungen an das Enthüllungsportal Wikileaks will die isländische Computerfirma DataCell das Kreditkarteninstitut Visa verklagen
Quelle: http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/Islaendische-Computerfirma-will-Visa-verklagen_aid_940009.html
_________________
WANN? - Nihil est perpetuum datum.
Felix qui potuit rerum cognoscere causas
vanitas vanitatum omnia vanitas
Benutzeravatar
lavcadio
 
Beiträge: 7698
Registriert: Fr Okt 10, 2008 12:00 pm

Zurück zu Medienspiegel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast