Medienspiegel vom 14.10.2013

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Medienspiegel vom 14.10.2013

Beitragvon prom » Mo Okt 14, 2013 2:01 pm

Medienspiegel vom 14.10.2013

Das Comeback der Kaupthing-Banken

Quelle: http://www.manager-magazin.de/unternehm ... 697-2.html

Haben Sparer nichts gelernt?
Fünf Jahre nach der Pleite der isländischen Kaupthing-Bank tragen die Deutschen mehr Geld zu den "neuen Kaupthings" als zu Sparkassen oder Volksbanken. Viele ausländische Filialbanken locken mit höheren Zinsen - ohne der deutschen Einlagensicherung anzugehören.


Hamburg - Fünf Jahre nach der Kaupthing-Pleite locken Banken mit ähnlichen Geschäftsmodellen mehr deutsche Sparer an als jemals zuvor. Eine exklusive Auswertung von Bundesbank-Daten durch manager magazin online zeigt, dass die "neuen Kaupthings" in den zurückliegenden 24 Monaten hierzulande per saldo 35 Milliarden Euro bei Privatpersonen eingesammelt haben.

Sämtliche deutsche Sparkassen kamen im selben Zeitraum nur auf einen Zuwachs 23 Milliarden Euro, die Volks- und Raiffeisenbanken auf 23,1 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung beim Festgeld.
Hier haben die "neuen Kaupthings" die Sparkassen nämlich nicht nur bei den Zuwächsen, sondern sogar schon in absoluten Zahlen überholt.

Die isländische Kauphting-Bank war vor fünf Jahren pleitegegangen. In den Monaten zuvor hatte die deutsche Tochter mit aggressiven Zinsversprechen um Zinsjäger geworben - und Zehntausende Kunden gewonnen.
Nach der Insolvenz kamen die Sparer plötzlich nicht mehr an ihr Geld.

Rund 34.000 Deutsche zitterten monatelang um ihre Einlagen, bis sie von der Regierung in Reykjavik schließlich doch noch entschädigt wurden.
Das Problem damals war, dass Kaupthing bloß in der isländischen Einlagensicherung war, nicht aber in der deutschen.

Einlagen von 62,2 Milliarden Euro bei ausländischen Filialbanken

Die Bundesbank-Zahlen zeigen, dass der Kaupthing-Schock nicht lange wirkte.
Im September 2008, dem letzten Monat vor der Insolvenz, hielten Privatkunden 11,3 Milliarden Euro bei Kaupthing und den übrigen sogenannten "Zweigstellen ausländischer Banken".
Danach gab es zwar einige Monate, in denen die ausländischen Filialbanken unter dem Strich Geld verloren.
Seit spätestens 2011 aber steigen die Einlagen von Privatpersonen kontinuierlich an und liegen mittlerweile bei insgesamt 62,2 Milliarden Euro - also mehr als fünfmal so hoch wie vor der Kaupthing-Pleite.

Insgesamt gibt es gut 100 Zweigstellen ausländischer Banken in Deutschland - viele von ihnen sind wie einst Kauphting vor allem als kostengünstige Onlineanbieter für Tages- und Festgeld unterwegs.
Die Institute werden von der Finanzaufsicht ihrer Heimatstaaten kontrolliert und verfügen hierzulande lediglich über eine Art "Banklizenz light".

Genau wie Kaupthing verweigern sich die meisten dieser Anbieter sowohl der gesetzlichen als auch der freiwilligen deutschen Einlagensicherung.
Stattdessen gehören sie dem Sicherungssystem des Landes an, indem sie sitzen.
Das spart Gebühren und Aufwand.

Vorsicht beim Blick auf die Zinsrankings

Tatsächlich beherrschen die "neuen Kaupthings" längst wieder die einschlägigen Zinsrankings im Internet.
Beim Branchendienst FMH etwa schafft es momentan gerade mal eine Bank, die sowohl der gesetzlichen als auch der freiwilligen deutschen Sicherung angehört, in die Top-Ten der Tagesgeldanbieter. Beim Festgeld ist das Verhältnis ähnlich.

Das heißt allerdings nicht, dass alle anderen Anbieter unseriös wären.
Zum Beispiel liegt auf Platz eins die Rabodirect. Dahinter steht der die niederländische Rabobank - das mit einem hervorragenden Rating ausgestattete Spitzeninstitut der niederländischen Genossenschaftsbanken. Bei anderen Instituten ist jedoch mehr Vorsicht angebracht.

So warnt die Stiftung Warentest zum Beispiel vor der estnischen Bigbank, die momentan nach eigenen Angaben bis zu 3,2 Prozent Zinsen für Festgeld anbietet.
Die Ubibanca, eines der größten Geldhäuser Italiens, firmiert derweil in Deutschland unter dem nicht sehr italienischen Namen IW Bank - und bietet für das "IW Power-Festgeld" 2,0 Prozent Zinsen.

Wie vertrauenswürdig die "neuen Kaupthings" sind, ist unter Verbraucherschützern umstritten.
Nach der Finanzkrise und nicht zuletzt als Reaktion auf das Desaster der isländischen Banken etablierte Brüssel die sogenannte europäische Einlagensicherung. Die allerdings sorgt bislang nur dafür, dass alle nationalen Sicherungssysteme den gleichen Regeln unterliegen.

ING Diba und Santander gehören deutschen Sicherungssystemen an

Ginge zum Beispiel die Bigbank pleite, müssten die Sparer auf den estnischen Staat hoffen - genau wie die Kaupthing-Kunden einst auf Reykjavik.
Die ING Diba und die Santander übrigens zählen nicht zu dieser Kategorie.
Trotz der ausländischen Mütter sind sie ganz normale deutsche Banken - und gehören den hiesigen Sicherungssystemen an.

Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.
Denn immer weniger Bankkunden sind bereit, die - wenn man die Inflation berücksichtigt - realen Vermögensverluste hinzunehmen, die sie bei vielen Sparkassen, Volksbanken oder privaten deutschen Geldhäusern erleiden.

Für Tagesgeld gibt es hierzulande im Schnitt nur noch 0,42 Prozent, hat Peter Barkow von der Bankenberatung Barkow Consulting errechnet: "In den vergangenen vergangen 18 Monaten hat sich der Durchschnittszins exakt halbiert.
Und gegenüber dem Höchststand aus dem Oktober 2008 sogar gefünftelt."
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