WIR HABEN GEWONNEN! FÜR ALLE!

Erste Hilfe + Letzte Nachrichten

WIR HABEN GEWONNEN! FÜR ALLE!

Beitragvon lavcadio » Mo Dez 28, 2015 11:41 pm

Kaupthing hat erst die Einlage, dann die Zinsen gezahlt, und bereitet nun die Auszahlung ALLER anerkannter verbliebenen Forderungen vor -
und VIELE damit nicht gerechnet haben -
und die Erinnerungen wiederkommen -
lade ich dazu ein, einen Blick zurück zu werfen -
und erlaube mir, eine recht persönliche Nachricht einzustellen.

Der Anfang:

    Dieses Forum wurde "Hals über Kopf" von einem Einzigen gegründet: sergiopq
    Ohne ihn gäbe es dieses Forum nicht. Danke.

    Innerhalb weniger Stunden fanden wir uns. Wir spürten: Alleine schaffen wir das nicht. Wir haben uns getröstet, Mut zugesprochen, und gemeinsam überlegt, Ideen gesammelt, diskutiert.

    Moderatoren ordneten und sorgten dafür, dass Informationen stets an prominenter Stelle zu finden waren.

    • Die Moderatoren/Administratoren:

      ZeusTheCreator, Wurstsalat, Thomas&Silke,Titan, stephan, sergiopq, reklov, Raubtier Ätsch, prom, panzerkacker, Margie, Leech, lavcadio, KoppingÄtsch, knoppers, keepcool, k.o.pthing, hti, hexle, gebeutelt, Eks, frankbooth10, Der_Nachfragende, bx, buffy, Blacky1707, BennyBear, Bankomat

    Einige sind heute noch aktiv. Ich selbst wurde erst Mitte Juli 2009 Co-Administrator dieses Forums.
Der Weg:


Die Medien:

    Die wichtigste Säule unseres Erfolges ist Öffentlichkeit.

    Im Oktober 2008 wurde ich gefragt, ob ich bereit sei, für das Forum, für andere Geschädigte, nach Island zu reisen. Um Gesicht zu zeigen, Antworten auf Fragen zu erhalten, denen sich in Deutschland niemand stellte.

    Ich musste nachdenken, abwägen, mit meiner Frau sprechen, eine gemeinsame Entscheidung fällen. Es ging um unser Geld. Viel Geld. 110.000 Euro. Dennoch: Meine Frau war dagegen. Sie hätte lieber auf das Geld verzichtet. Sie meinte damals: Dann müssen wir das Geld eben wieder verdienen. Privates öffentlich zu machen, das gefällt ihr auch heute noch nicht.

    Da wir aber nicht allein betroffen waren, sondern sich die Geschädigten im Forum sammelten, sah auch meine Frau diese kleine Chance für die Gemeinschaft, doch etwas zu erreichen. Ungern, aber wissend eine Chance zu ergreifen, machte ich privates öffentlich. Der Kontakt zum ZDF, die Tickets, es ging alles sehr rasch. Ich wußte nicht, was mich erwartet. In Island protestierten die Menschen. Bankautomaten gaben kein Geld heraus. Mir war klar, dass ich mit der Forderung nach Auszahlung unserer Gelder an die Wand klatschen könnte. Und zwar gleich im Fernsehen. Das gab mir Antrieb zu sagen: "Jetzt erst recht!"

    Kann jemand erahnen, in welcher Situation ich mich in Island fand? Inmitten wütender, verzweifelter Menschen, die alle nach Erklärung suchten. Zwar verstand ich die Sprache nicht, aber das war auch garnicht notwendig. Ich war stark berührt von den Menschen, deren Schicksalen. Ich habe viel gesprochen. Besonders intensiv mit dem Initiator der Demonstrationen, Hörður Torfason. Und mit dem Gründer der dortigen Widerstandsbewegung, Ólafur Elíasson. Danke an Euch für die Unterstützung.

    Wir hatten Glück: Die Menschen, brachten uns Verständnis und aufrichtige Unterstützung entgegen. Das hätte leicht auch ganz anders ausgehen können!

    Der Rest ist bekannt. Wir verlangten das, was uns zustand. Sachlich und mit Nachdruck. Wir stellten Kontakt zum damaligen Bundesfinanzminister, Peer Steinbrück her. In vielen Terminen sah er uns, bis auch er schliesslich spürte: es ist Ernst. Und wir erreichten einen Deal: Er würde sich unserer Sache annehmen, uns Ansprechpartner nennen.

Persönliches:

    Kaupthing brachte mich an einen Punkt in meinem Leben, an dem das Bewährte nicht mehr so recht funktionieren wollte. Aber das ahnte ich 2008 nicht.

    Es dauerte einige Zeit bis ich begriff was genau es bedeutet: Bank zu, und dann: Moratorium.

    Ich habe ich meine Wertvorstellungen überdacht. Und korrigiert. Wir haben unsere Konsequenzen gezogen, und das Geld in Sachwerten angelegt. Damit erhalten wir den Wert hoffentlich besser, als auf einem Bankkonto. Arbeiten um höher/schneller/weiter? Nicht mehr! Uns genügt es, Geld zum alltäglichen Leben zu besitzen. Irgendeine Zahl auf dem Papier zu vermehren: Nein Danke.

    Falls es kracht, sollen unsere Kinder zumindest sagen können, wir haben es wenigstens versucht.

Ist Geld wertvoll?

Sohn: „Papa, kann ich Dich mal was fragen?“
Vater: „Klar, mein Junge. Was ist los?“
Sohn: „Papa, wie viel Geld verdienst du in der Stunde?”
Vater: „Nun, ich denke solche Dinge haben dich noch nicht zu interessieren. Warum fragst du so was?
Sohn: „Ich möchte es einfach nur wissen. Bitte bitte, sag mir, wie viel du in der Stunde verdienst.“
Vater: „Na gut, wenn du es unbedingt wissen möchtest, Ich verdiene 50 Euro in der Stunde.“
Sohn: „Oh.“ (Er senkt den Kopf)
Sohn: „Papa, kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“
Vater: „(äußerst verärgert) So so! Deshalb fragst du also. Du willst dir Geld von mir leihen, um dir irgendein dämliches Spielzeug oder anderen Blödsinn zu kaufen. So nicht mein Freund. Marschier in dein Zimmer und ab ins Bett! Du solltest mal darüber nachdenken, wie egoistisch du eigentlich bist. Ich arbeite jeden Tag extrem hart und muss mir dann abends so dreiste Fragen anhören!“

Der kleine Junge geht still und leise in sein Zimmer und schließt die Tür.
Der Vater setzt sich erst mal hin, wird jedoch umso wütender, je mehr er über die Frage des Jungen nachdenkt.
„Wie durchtrieben mein Sohn nur ist! Stellt mir solche Fragen, nur um an Geld zu kommen!“

Über eine Stunde vergeht bis der Vater sich beruhigt hat und anfängt Nachzudenken.
„Vielleicht gibt es da wirklich etwas, dass mein Sohn dringend braucht. Er fragt sehr selten nach Geld. Eigentlich hat er noch nie gefragt. Vielleicht braucht er die 25 Euro tatsächlich. Vielleicht habe ich ihm Unrecht getan.“
Der Vater geht zum Zimmer des kleinen Jungen, öffnet die Tür und betritt das Zimmer.

Vater: „Schläfst du schon, Sohnemann?“
Sohn: „Nein, Papa, ich bin noch wach.“
Vater: „Schau mal, ich habe noch mal über alles nachgedacht. Vielleicht war ich tatsächlich ein bisschen zu streng zu dir. Es war ein langer Tag, eine Menge hat sich angestaut und du hast alles abbekommen. Hier sind die 25 Euro um die du mich gebeten hast. Es tut mir leid.“

Der kleine Junge lächelt.
Sohn: „Danke, Papi!”
Der kleine Junge greift unter sein Kopfkissen und holt ein paar weitere zerknitterte Euro-Scheine hervor. Der Vater sieht, dass der Junge unter seinem Kissen bereits Geld gebunkert hat und wird erneut wütend. Langsam und ruhig beginnt der kleine Junge das Geld zu zählen und schaut danach seinen Vater an.

Vater: „Warum zum Teufel fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“
Sohn: „Weil ich noch nicht genug hatte. Jetzt aber reicht es!“
Sohn: “Papi, jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich hierfür eine Stunde deiner Zeit kaufen? Bitte komme morgen früher von der Arbeit nach Hause. Ich möchte gerne mit dir zusammen Essen.“

Der Vater sinkt auf den Boden. Er hat mit solch einer Antwort nicht gerechnet. Er ist erschüttert, gerührt, überwältigt. Er schließt seinen Sohn in die Arme, und bittet ihn um Entschuldigung.

Dies ist nur eine kleine Geschichte über Vater und Sohn. Eine kleine Geschichte für all jene die in ihrem Leben so hart und lange arbeiten. Wir sollten nicht zulassen, dass uns in unserem turbulenten Leben, der Blick für das fehlt, was wirklich wichtig ist. Die Menschen, die wir lieben.



DANKE SAGEN?

    Bedankt euch nicht bei mir. Ich habe lediglich mein Gesicht öffentlich gemacht. Nicht jeder fand das gut - aber der Erfolg gibt uns recht.

    Ich lehne mich an die Worte von KoppingÄtsch: Jeder Einzelne der mitgemacht hat, mit Mails, Widersprüchen usw, hat das WuC beschäftigt und gemeinsam mit ALLEN den nötigen Druck aufgebaut.

    Dafür gilt es DANKE zu sagen!

    Es war spannend, um unser Geld zu kämpfen. Ich bin MÄCHTIG STOLZ AUF UNS ALLE und darauf, dass wir so eine große Sache bewegt haben.
Benutzeravatar
lavcadio
 
Beiträge: 7698
Registriert: Fr Okt 10, 2008 12:00 pm

Zurück zu Info

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron