Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszahlung

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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon HansW » Mi Mär 06, 2013 6:44 pm

hallo januar5000

willkommen beim schreibenden teil der forumsuser.

leider kann ich kein isländisch...
...und die elektronische übersetzngsmaschine bringt nicht wirklich licht ins dunkel

der einzige hinweis bleibt also deine überschrift

gegen welche auszahlung richtet sich der widerstand der EZB ?
und welche politiker haben sich wie dazu geäussert?

gruss
hw
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon lavcadio » Do Mär 07, 2013 12:34 am

Ich bat einen befreundeten isländischen Muttersprachler um eine kurze Übersetzung. Hier seine Antwort:

Die Schlagzeile bedeutet: Die Gläubiger werden bei der kommenden Wahl die größten Verlierer sein. Gemeint ist die Althingswahl die am 27. April stattfindet.
Weiter heisst es u.a.:
Das Glitnir-Abwicklungskomitee bestätigt nicht die Behauptung des Notenbankchefs, dass Verhandlungen mit den Gläubigern der alten Banken schon seit geraumer Zeit im Gange seien. Es ist der Meinung, dass man von den Gläubigern verlangen werde, dass sie ihre Forderungen in Kronen reduzieren, entweder als Resultat von Verhandlungen oder gezwungenermassen durch einseitige Massmahmen der kommenden Regierung, egal welche Parteien sie bilden werden.
Dies geht aus einem Bericht der Bloomberg Nachrichtenagentur hervor. Darin heisst es dass Die Gläubiger bei der kommenden Wahl die größten Verlierer sein werden, und dass sie wahrscheinlich insgesamt 3,6 milliarden Dollars verlieren werden.
Bjarni Benediktsson Parteichef der Selbständigkeitspartei meint, dass man bei der Abrechnung mit den Abwicklungskomitees wesentlich niedrigere Wechselkurse verwenden werde als die jetzt gültigen und Katrín Jakobsdóttir meint man werde entweder verhandeln, oder eine besondere "Abflußsteuer" per Gesetz einführen.

Das war es. Ich verstehe aber nicht viel davon. Im Althing sind jetzt hitzige Debatten im Gange über den Grundgesetzentwurf. Man ist damit in Zeitnot geraten, und die Regierungsparteien versuchen jetzt wenigstens einige wichtige Änderungen vor der Wahl durchzubringen. Die Oppositionsparteien haben sich quer gestellt so dass der komplette Entwurf nur mit knappster Mehrheit durchzubringen wäre wenn überhaupt. Da er von dem Althing zweimal angenommen werden muss mit dazwischenliegender Wahl, würde das wahrscheinlich ein Scheitern der ganzen Sache bedeuten. Die Regierung versucht deshalb jetzt zu retten was zu retten ist im Einvernehmen mit einer breiteren Mehrheit des Althings, und wird deshalb von den radikalsten Befürwortern des neuen Grundgesetzes des Defätismus und Verrats beschuldigt.

Liebe Grüße


Hier die Original-Meldung:

Kröfuhafar tapa mestu á kosningunum

Kaupþing, Landsbankinn og Glitnir mbl.is/Golli
Slitastjórn Glitnis kannast ekki við það sem Seðlabankastjóri fullyrti á dögunum um að samningaviðræður við kröfuhafa gömlu bankanna væru löngu hafnar. Óháð því hvaða flokkar mynda næstu ríkisstjórn munu kröfuhöfum gömlu bankanna verða gert að færa niður krónu kröfur sínar, annað hvort í kjölfar samninga eða einhliða aðgerða að hálfu næstu ríkisstjórnar. Þetta kemur fram í fréttaskýringu hjá Bloomberg fréttaveitunni.

Segir þar að kröfuhafar föllnu bankanna verði þeir sem tapi mest á næstu kosningum, en gert er ráð fyrir að þeir tapi um 3,6 milljörðum Bandaríkjadollara, alveg sama hvernig kosningarnar fara.

Haft er eftir Bjarna Benediktssyni, formanni Sjálfstæðisflokksins, að uppgjörið við slitastjórnirnar verði framkvæmt á mun veikara gengi en skráð gengi. Katrín Jakobsdóttir segir að annaðhvort verði farin samningaleið, eða þá að settur verði á útgönguskattur með lagasetningu á Alþingi.


Quelle: http://www.mbl.is/vidskipti/frettir/201 ... sningunum/


@januar5000: Bitte keine Beiträge, die lediglich einen Link enthalten, ohne jede Kurzbeschreibung des Inhalts. Ein paar Worte können genügen. Lediglich den Link, noch dazu auf eine isländische Meldung, führt zu Rückfragen. Für deinen nächsten Beitrag. Herzlich willkommen bei den "Schreibenden".
UND DANKE FÜR DIESE INFORMATION!

Spekulation: Das könnte auch mit ein Grund dafür sein, weshalb von der für 2012 angekündigte Auszahlung der prioritär beschiedenen Forderungen noch immer nichts zu sehen ist. Und möglicherweise auch mit ein Grund für die hier dokumentierten Ungereimtheiten bei der Veröffentlichungspraxis von Kaupthing.
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon KoppingÄtsch » Mo Mär 11, 2013 1:03 am

...unsere Tagesgeldkonten liefen aber alle gar nicht auf "Kronen" - was soll diese Debatte denn jetzt?

Genauso gut könnten sie in alten Rechsmark von 1923 zurückzahlen, da kostet ein Brötchen nur 23 Milliarden Reichsmark!

Island kam nach dem EWR-EU-Pass mit KED nach Deutschland und garantierte mit dem nicht vorhandenen staatlichen Einlagensicherungsfonds 20.883€ -oder so ähnlich-, (und keine Kronen!) das war auch die Kontowährung!

Die Vermögenswerte von Kaupthing laufen ja auch auf €, Dollar, Pfund und Yen und nicht in Muscheln, Sand, Kronen oder Vulkanasche!

Die Österreicher und andere Europäer wurden nicht so verarscht, tut mir leid, aber mir sieht das so aus als wollte Island hier das Eigentum der anderen Ausländer ARISIEREN - alles den nordischen arischen Stämmen oder wie? Sind das alle Faschisten auf dieser Insel?
Die Nazis haben es vor 70 Jahren kaum anders gemacht - sie nannten es "Reichsflucktsteuer", "Vermögensabgabe", "Kapital-Transfer-Steuer" u.s.w.
Wenn die isländische Bevölkerung da zustimmt, in der Hoffnung sich zu bereichern, sind sie für mich Nazis und das würde auch für die Sonderbehandlung der österreichischen KED-Sparer sprechen, der Ursprung "des Bewegung" - mit besten Grüßen aus Braunau am Inn.
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon lavcadio » Mo Mär 11, 2013 8:49 am

Bitte differenzieren!

Wir besitzen positiv beschiedene, anerkannte prioritäre Forderugen gegenüber Kaupthing. In der Währung Euro. Die Gesamstumme befindet sich, nach Aussagen Kaupthing vom 05.10.2012, bereits auf den Konten der ausländischen Banken in entsprechend ausländischer Währung. Diese Forderungen werden in Euro ausgezahlt. Sagt Kaupthing. Leider folgte einer ersten Absichtserklärung, diese Auszahlung noch in 202 vorzunehmen, nichts. Ausser eine Hinhaltemeldung und seitdem Funktsille. Übrigens ist es nicht die Bank, die bremst. Es sind die anderen Mitgläubiger, (siehe auch hier), allen voran deutsche Banken.

Die Meldung in diesem Thread bezieht sich auf alle anderen, nachrangigen Forderungen nach Artikel113, bzw. auf die gestundeten Forderungen (defered claims) nach Artikel 114. Wenn sich die Gläubigerkonsortien mit den Schuldnern, also den Banken, auf eine Reduzierung verständigen, dann ist das deren Sache.
Sollte sich Island zu einem Schuldenschnitt entschliessen? Weshalb? Es sind die Schulden der Banken bei ihren Gläubigern, nicht jedoch die Schulden des Landes. Aber selbst wenn: Das tat Argentinien auch, Gläubiger verloren bis zu 75%, und das Land rappelte sich wieder hoch.
Aber das betrifft uns nicht. Unsere Einlagen sind zurückgezahlt, die ausstehenden Zinsforderungen sind vorrangig anerkannt.

Bei allem positiv klingendem, es ist eine bodenlose Unverschämtheit, die Rückzahlung aller vorrangig anerkannter Schulden für 2012 anzukündigen, und dann, wenn das nicht geschieht, weder eine substantielle Information herauszugeben weshalb es sich verzögert, noch endlich zurückzahlen. Die "Antworten" von Kaupthing, die wir auf unsere Mails erhalten sind schon derart nichtssagend, dass dies einer Beleidigung gleichkommt.

P.S.: Die Gelder der österreichischen Sparer befanden sich noch auf den Konten in Österreich, deshalb konnte das Geld auch so rasch wieder zurückgezahlt werden. Und ob die österreichische Finanzaufsicht einer Kontenpfändung, so wie dies die DZ Bank AG hier erfolgreich durchzog, mitgemacht hätte, darf bezweifelt werden.
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon brijus » Mo Mär 11, 2013 11:42 pm

Nachfolgend ein aktuelles Beispiel von Antworten von Kaupthing auf unsere Mails (wie war das? Vertragssprache ist deutsch; ach ja, ich vergaß wir haben ja gar keinen Vertrag mehr):

Dear Sir

Please send your enquiry in English.

Kind regards,
Kaupthing hf.

From: brijus
Sent: 22. febrúar 2013 19:39
To: Windingup Committee
Subject: WG: Verzögerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

weder habe ich von Ihnen eine Zahlung noch eine Antwort erhalten. Bitte holen Sie dieses Versäumnis binnen sieben Tagen nach.

Gruß
brijus

----- Weitergeleitete Message -----
Von: brijus
An: "winding-up@kaupthing.com" <winding-up@kaupthing.com>
Gesendet: 14:13 Mittwoch, 6.Februar 2013
Betreff: Verzögerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die noch ausstehende Auszahlung sollte bereits im dritten Quartal des letzten Jahres erfolgen. Bis dato ist leider nichts geschehen. Bitte leisten Sie die Zahlung bis 20.02.2013 bzw. teilen die Hinderungsgründe mit. Meine persönlichen Daten und Claim-No. können Sie dem Anhang entnehmen.

Mit freundlichem Gruß
brijus
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon Yamaha » Mi Mär 13, 2013 3:25 pm

Wer von Euch glaubt noch an eine Auszahlung unserer Forderungen in diesem Jahr (2013). Würde mich wirklich mal interessieren so eine Art Abstimmung zu machen
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon lavcadio » Mi Mär 13, 2013 4:50 pm

"Die Welt" bringt mit heutigem Datum einen Artikel der den Sachstand darlegt. Siehe Medienspiegel

Danke @roadrunner für den Hinweis.

Hier ein Ausschnitt des Zitates:

Islands Bankgläubiger sind größte Verlierer der Parlamentswahl

Bei der Parlamentswahl in Island steht ein Verlierer schon fest: die Anleihegläubiger der kollabierten Banken. [...]
Quelle: http://www.welt.de/newsticker/bloomberg ... swahl.html


Ich habe den für uns wichtigen Aspekt hervorgehoben, bevor eine ebenso hektische wie ziellose Diskussion beginnt: Die Anleihegläubiger. Wir sind keine Anleihegläubiger!
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon Yamaha » Mi Mär 13, 2013 5:11 pm

@lavcadio
Danke für den aktualisierten Medienspiegel Lässt sich daraus irgendetwas ableiten bzgl. unserer Forderungen oder eventueller Auszahlung noch in diesem Jahr?
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon lavcadio » Mi Mär 13, 2013 5:24 pm

Aus diesem Thread und dem heute aktualisierten Medienspiegel lässt sich z.B. ableiten, daß Island den Hedgefonds keine zweite Chance geben wird, ein ganzes Land in den Abgrund zu zocken.
Nochmals: Es dreht sich um Anleihegläubiger. In so weit sind diese Entwicklungen durchaus interessant zu verfolgen, aber daraus schliessen zu wollen dass positiv beschiedene Forderungen der Kunden mit Tages- und Festgeldkonten betroffen sind halte ich für nicht fundiert.
Die Schwierigkeiten Devisen herauszugeben, sowie die verschiedenen Interessenlagen innerhalb Islands (Politik/Bankenwirtschaft/sowie die persönliche Situation der Bevölkerung) werden besser beleuchtet als das bisher der Fall war. Es hilft verstehen.

Irgendwelche Dinge hier hineininterpretieren zu wollen ist meiner Meinung nach weder zielführend noch mit harten Fakten zu unterlegen.
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Re: Widerstand von Zentralbank und Politik gegen eine Auszah

Beitragvon Martin » Do Mär 21, 2013 9:58 pm

Yamaha hat geschrieben:Wer von Euch glaubt noch an eine Auszahlung unserer Forderungen in diesem Jahr (2013). Würde mich wirklich mal interessieren so eine Art Abstimmung zu machen


Hinreichend diskutiert & von Lavcadio schön erklärt - Mutmaßungen : "
Irgendwelche Dinge hier hineininterpretieren zu wollen ist meiner Meinung nach weder zielführend noch mit harten Fakten zu unterlegen."

Ich wage es dennoch Yamaha meine Einschätzung mitzuteilen. :P

:oops: NEIN ICH GLAUBE NICHT AN EINE AUSZAHLUNG IM JAHR 2013 :oops:

(google Übersetzung)
2013.03.13
Am 9. März 2013 verabschiedete das isländische Parlament Althing Gesetz Nr. 16/2013 zur Änderung des Gesetzes Nr. 87/1992 über finanzielle Verpflichtungen.

Am 9. März 2013 verabschiedete das isländische Parlament Althing Gesetz Nr. 16/2013 zur Änderung des Gesetzes Nr. 87/1992 über finanzielle Verpflichtungen. Die Devisenkontrollen in Kraft gewesen und waren vorübergehend jetzt keine Ablaufdatum.

Das Gesetz sieht Genehmigung für die Central Bank of Iceland, Regeln für Ausnahmen für den Kapitalverkehr und Transaktionen in Fremdwährungen zu verabschieden; die Regeln können Bedingungen für Ausnahmen festgelegt. Wenn eine Freistellung betrifft eine Partei mit einer Bilanzsumme von mehr als 400 Milliarden ISK (die Kaupthing), und ob es einen erheblichen Einfluss auf den Schuldenstand der Volkswirtschaft und den Besitz von Geschäftsbanken, müssen Absprache mit dem Minister der musste sein Finanzen und Wirtschaft und mit dem Minister für Finanzmarkt Angelegenheiten, die Regeln müssen weiterhin durch die Minister bestätigt werden. Der Minister gilt auch, bevor die Regeln zugelassen sind, präsentieren ihre wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Wirtschafts-und Handelsausschusses des Althing.

Die Zentralbank von Island kann, nach wie vor, Ausnahmen von den Rechtsvorschriften über Devisenkontrollen, aber wenn die Ausnahmeregelung betrifft eine finanzielle Verpflichtung oder juristische Person, bei der die schwedische Finanzaufsichtsbehörde hat die Kontrolle durch die Ernennung es eine Resolution Committee oder vorläufige Vorstand getroffen Directors, oder eine juristische Person, für die ein Bezirksrichter einen Winding-up ernannt hat, wie im Gesetz Nr. 161/2002 vorgesehen ist, und wenn es sich um Genehmigung für Transaktionen in Fremdwährungen und grenzüberschreitende Kapitalbewegungen einen Betrag ISK 25 Milliarden in einem Jahr, oder die Befreiung bezieht sich auf eine juristische Person mit einer Bilanzsumme von mehr als 400 Milliarden ISK und kann einen erheblichen Einfluss auf den Schuldenstand der nationalen Wirtschaft und die Sorge Besitz von Geschäftsbanken haben, können diese Befreiung nicht gewährt werden ohne Rücksprache mit dem Minister für Finanzen und Wirtschaft und den Minister für Finanzmarkt Angelegenheiten, und nach Vorlage durch den Minister der wirtschaftlichen Auswirkungen der Regelungen auf die Wirtschafts-und Handelsausschusses des Althing.
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