Island, Irland, Griechenland ...

Alles was sonst nirgends passt

Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Di Okt 02, 2012 1:44 pm

Wen überrascht diese Nachricht eigentlich?

Spanien will komplett unter Euro-Rettungsschirm
Gerade erst hat Spaniens Regierung ein umfassendes Sparprogramm aufgelegt, nun will sie angeblich doch die Hilfen aus dem Rettungsschirm vollständig beanspruchen. Fraglich ist die Rolle Deutschlands. [...]
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article10 ... chirm.html


Die Rolle Deutschlands ist nicht fraglich, die ist bekannt!

Getty Images hat dazu ein passendes Bild:
Bild


Geschichte wiederholt sich. Wir haben diese Proteste gerade erst vor vier Jahren persönlich erlebt, wir protestierten gemeinsam vor Ort. Ein -wie ich meine- lesenswerter link:

Titel: Islands Krisenmanagement als Augenöffner für Europa...
http://www.wissensmanufaktur.net/island
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Do Okt 04, 2012 3:16 pm

8) sorry, doppel-posting
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Do Okt 04, 2012 3:16 pm

zu diesem Thema passend wurde mir eben dieser Artikel gefunden:
Wie Island sich gerettet hat
Bin noch nicht zum Lesen gekommen
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Di Okt 23, 2012 12:45 am

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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon HansW » Di Okt 23, 2012 5:49 am

hat jemand lust das ganze ins deutsche zu übersetzen?

gruss hw

p.s. das foto im antwortfenster ist bei mir abgeschnitten
klicke ich deinen link, sehe ich das komplette foto.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Di Okt 23, 2012 8:46 am

Es ist Zeit für isländische Verhältnisse an der Wall-Street.
Island lies die drei größten Banken fallen, anstatt diese zu retten.
Island stellte sicher, dass inländische Sparer ihr Geld zurückbekamen, und gewährte "strauchelnden" Hausbesitzern sowie bankrottgefährdeten Unternehmen Erleichterung ihrer Zahlungsverpflichtungen.
-New York Times-

(Auf die Schnelle, geht bestimmt besser.)


Ob das Bild ganz oder abgeschnitten angezeigt wird richtet sich nach der gewählten Auflösung des Monitors.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Sa Mär 16, 2013 11:11 am

...
In Zypern läuft es nun erstmals anders. Dort wird nun eine einmalige Vermögensabgabe erhoben: 9,9 Prozent für Guthaben über 100.000 Euro und 6,75 Prozent für Guthaben bis zu 100.000 Euro. Die Beteiligung der Bankkunden dürfte es dem Deutschen Bundestag leichter machen, dem Zypern-Paket zuzustimmen. Denn auf diese Weise wurde der Zypern-Kredit kleiner als zunächst geplant. Andererseits lehrt der Vorgang die kleinen Sparer, dass ihre Konten doch nicht so sicher sind, wie es immer behauptet wurde. Eigentlich sind Guthaben bis zu 100.000 Euro in der EU gesetzlich geschützt, wenn Banken in eine Schieflage geraten. In Zypern führt die EU nun vor, wie man eigene gesetzliche Vorschriften ganz legal umgeht.

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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Sa Mär 16, 2013 2:43 pm

Wir lernen:
  • Enteignung privater Spareinlagen ist völlig legal. Über Nacht wird das beschlossen. Jeder Einleger hat zwar in Höhe seiner Einlage eine Forderung gegenüber der Bank, aber über Nacht dürfen durch Beschlüsse beinahe beliebige Summen eingefroren, und als eine Art Sondersteuer vom Guthaben abgezogen werden. Glücklich all jene, die im Soll sind bzw. Geld oder Gold unter'm Kopfkissen haben.
  • Eine Insel mit der Einwohnerzahl der Stadt Köln ist offensichtlich systemrelevant. Auch wenn Bundesfinanzminister dies anders sieht (womit er wohl auch recht hat). Dennoch ist dieses Land mit allen Mitteln zu retten.
Telepolis schreibt dazu:

[...] Systemrelavnz mit 0,25% der Bevölkerung und 0,2% des BIP?
Darauf läuft offenbar alles hinaus. Nach dem Treffen der Finanzminister hat der neue Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem eine Entscheidung im März in Aussicht gestellt. "Ich denke, dass wir alle übereinstimmen, dass eine Lösung für Zypern gefunden werden muss." Der Niederländer fügte am Montag an: "Ich bin sicher, dass die deutsche Regierung damit einverstanden ist." Damit sprach er fast direkt Wolfgang Schäuble (CDU) an. Der Bundesfinanzminister hatte zuvor öffentlich in Frage gestellt, ob Zypern systemrelevant für die Eurozone sei. Und das muss real bezweifelt werden. Schließlich stellt der kleine Inselstaat nur 0,25% der Bevölkerung und trägt sogar nur etwa 0,2% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Die Systemrelevanz ist aber eigentlich die Bedingung, um Hilfen aus dem dauerhaften Rettungsfonds ESM zu erhalten. [...]
Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38558/1.html

(Hervorhebung durch mich)


Ich werde stutzig. Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erklärt:
[...]
"So eine Finanz-Solidaritätsabgabe kann durch Parlamentsbeschluss eingeführt werden. Und ich nehme an, das wird über das Wochenende passieren, sodass diese Steuer erhoben werden kann, bevor die Banken am Dienstag wieder öffnen."
[...]
Zypern sei ein Einzelfall, betonte Asmussen weiter. In anderen Euroländern müssten ähnliche Zwangsabgaben auf Bankguthaben nicht befürchtet werden. [...]
Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eur ... rn106.html


Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass Zypern ein Testballon für den Rest Europa's ist. Und wir selbstverständlich in Zukunft mit derlei Aktionen rechnen müssen. Die wirklich Vermögenden haben ihre Millionen wohl kaum auf irgendwelchen Giro-, Tages- oder Festgeldkonten herumliegen. Also werden, wie üblich, die schwächsten Mitglieder zur Kasse gebeten: Die Kleinsparer!
Ich nenne das keine "Finanz-Solidaritätsabgabe", sondern schlicht Diebstahl!

Herr Asmussen: Es hatte auch niemand die Absicht eine Mauer zu errichten.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon mogador » Sa Mär 16, 2013 3:40 pm

Das ist es ja, wovon ich in anderen Threads rede, wenn es mal wieder um die "besten Zinsen" beim TG/FG geht.
Den Teufel werd ich tun, und mein Geld/das meiner Freundin auf diese Art den Bankstern und Politikern und Kriminellen derart offen anzubieten.
Wobei ich mir auch unsicher bin, ob "die" nicht auch an Anleihen, Aktien etc. gehen und konfiszieren.
Und auch über die Höhe der Konfiszierung. Vielleicht gehts dann um 50% der Geldeinlagen, die konfisziert werden. Wer weiss schon, wie hemmungslos "die da oben" denken.

Wer Geld hat, hat Sorgen. Wer keines hat, hat keine. Dafür andere.....

Vielleicht sollte man wie in grauen Vorzeiten vor 80/60 Jahren Zigaretten, Konserven, Reis, Platin, Silber, Schnaps.....auf dem Speicher/im Keller bunkern?
Ideal wäre, das Geld anonym in einem Steuerparadies liegen zu haben in Form einer profitablen Geldanlage. Das werden aber die wenigsten können.

Auf jeden Fall ist ein TG/FG-Konto der schlechteste und unsicherste Weg, sein Geld zu "vermehren".

Ich glaube, die Einschläge kommen näher. In Deckung gehen, bütte.....
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Mo Mär 18, 2013 12:44 am

Zyperns Präsident wirft betrogenen Sparern ein "Leckerli" zum Fraß vor:

17. März 2013 22:22 Rettungspaket für Zypern
Zyperns Präsident will Bankkunden mit Aktien entschädigen

Die privaten Sparbücher bleiben unangetastet, hatte Zyperns Präsident Anastasiades erst versprochen. Im Parlament muss er um Zustimmung für den radikalen Kurswechsel fürchten. Zur Besänftigung verspricht Anastasiades den geprellten Sparern Aktien der geretteten Banken - und stellt Anlegern, die ihr Geld trotz dieses Vertrauensbruchs im Land lassen, weitere Entschädigungen in Aussicht.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades muss um die Annahme des EU-Rettungspakets im Parlament in Nikosia fürchten. Am Sonntagabend warb er deshalb in einer Fernsehansprache für die Zwangsabgabe - und stellte den betroffenen Sparern Entschädigungen in Aussicht.

Anastasiades habe die Bedingungen im Gegenzug für die internationale Hilfe akzeptieren müssen, da ansonsten der Insel die Pleite gedroht habe. "Die gefundene Lösung ist nicht das, was wir wollten, aber es ist unter den gegebenen Umständen der am wenigsten schmerzhafte Ausgang", erklärte Anastasiades. Für seine Zustimmung zu dem in Brüssel beschlossenen Maßnahmenpaket werde er den "politischen Preis" zahlen, fügte der zyprische Präsident hinzu.

Laut dem Beschluss der Eurogruppenländer müssen Sparer aus dem In- und Ausland mit bis zu 100.000 Euro Einlagen bei zyprischen Banken eine Abgabe von einmalig 6,75 Prozent zahlen, Kunden mit mehr als 100.000 Euro 9,9 Prozent. Die Verluste würden die Zinsen von zwei Jahren kaum übersteigen, sagte Anastasiades, und die Maßnahme sei einmalig. "Ich kämpfe weiter dafür, dass die Beschlüsse der Eurogruppe in den nächsten Stunden dahingehend differenziert werden, dass die Auswirkungen auf die Kleinsparer eingeschränkt werden", sagte er.

Außerdem würden die Kunden umgehend mit Aktien der betroffenen Banken entschädigt. Diese Anteilsscheine seien durch zukünftige Einnahmen aus dem Verkauf von Erdgas garantiert. Treuen Kunden stellte Anastasiades eine weitere Kompensation in Aussicht: Wer sein Geld für die nächsten zwei Jahre im Lande lasse, soll 50 Prozent der verlorenen Summe in Form von Optionen auf die Gewinne aus den vermuteten Gasvorkommen vor der Küste Zyperns erhalten.

[...]

Quelle: http://sz.de/1.1626977


Es ist schon besonders niederträchtig, bewusst das verlängerte Wochenende abzuwarten, um dann die privaten Spareinlagen "zu plündern".

Schäuble sagte dem ZDF, dass die Aktion bewusst vor dem langen Wochenende in Zypern angesetzt gewesen sei: „Bankeinlagen sind eine sensible Sache, da muss man schnell handeln, daher macht man es am Wochenende.“

Auch SPD-Chef Peer Steinbrück zeigte sich zufrieden: Zwar müsse man abwarten, wie der Bericht von Schäuble genau aussehen werde. Doch die Schrumpfung der Banken und die Bekämpfung der Geldwäsche seien zu begrüßen. Die Schröpfung der kleinen Sparer erwähnte Steinbrück nicht. Sein Fazit: „Wir sind einen ganzen Schritt vorangekommen.“
Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... ochenende/


Mal abgesehen davon, dass grundsätzlich alle Steuern/Abgaben/Gebühren vorher angekündigt werden müssen, frage ich mich, weshalb nicht der garantierte Freibetrag von 100.000 Euro je Konto von der Beschlagnahme ausgenommen wurde? Ein (Teil)-Verlust von Einlagen oberhalb der gesetzlich garantierten Einlagensicherung hätte sich ja noch irgendwie erklären lassen, so aber hat man selbst dieses letzte Feigenblatt nicht genutzt, nicht nutzen wollen. Es bleibt spannend zu sehen, wie die zypriotische Entscheidung hinsichtlich dieser, durch die EU aufgezwungenen Massnahmen ausfällt, und, falls diese tatsächlich eine Mehrheit finden, wie das Volk dann darauf reagiert.
Im übrigen ist mit dieser Massnahme auch, mahnt ahnt es bereits, die 2008 abgegeben Patronatserklärung unserer Kanzlerin Merkel endgültig als absolut wertlos entlarvt. So, wie ich das hier unter "Der 100 000-Euro-Irrtum. Staat garantiert nicht." bereits schrieb. Wer jetzt tatsächlich noch an irgendeine Sicherheit irgendeiner Einlage bei irgendeiner Bank glaubt...

Und ja, es handelt sich hier um europäisches Recht, welches gebrochen wird:
"[...] In allen entwickelten Ländern bestehen gesetzliche Regelungen bezüglich der Einlagensicherungen. In der EU sind die Mindestanforderungen durch die EG-Richtlinien 94/19/EG[1] (CELEX Nr: 394L0019 / 31994L0019[2]) und 97/9/EG[3] (CELEX Nr: 397L0009 / 31997L0009[4]) vorgeschrieben. Diese sind in Deutschland durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz umgesetzt. Seit Dezember 2010 sind 100 % der Einlagen bis maximal 100.000 € pro Person geschützt. [...]
[1] http://europa.eu/legislation_summaries/ ... 12b_de.htm
[2] http://eur-lex.europa.eu/smartapi/cgi/s ... &nu_doc=19
[3] http://europa.eu/legislation_summaries/ ... 38a_de.htm
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherung
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Mäusefalle » Mo Mär 18, 2013 2:05 pm

Zum Thema mögliche vorübergehende Bankenschließungen in "Notfällen" in DE heute ein Artikel im Handelsblatt
"Wie Berlin die Banken schließen könnte"

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 44528.html
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon ymerlin » Mo Mär 18, 2013 7:59 pm

lavcadio hat geschrieben:Und ja, es handelt sich hier um europäisches Recht, welches gebrochen wird:
"[...] In allen entwickelten Ländern bestehen gesetzliche Regelungen bezüglich der Einlagensicherungen. In der EU sind die Mindestanforderungen durch die EG-Richtlinien 94/19/EG[1] (CELEX Nr: 394L0019 / 31994L0019[2]) und 97/9/EG[3] (CELEX Nr: 397L0009 / 31997L0009[4]) vorgeschrieben. Diese sind in Deutschland durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz umgesetzt. Seit Dezember 2010 sind 100 % der Einlagen bis maximal 100.000 € pro Person geschützt. [...]


Hmm, da bin ich mir rein technisch gar nicht mal sicher. Wenn die SPD im Herbst die Wahl gewinnen sollte, gibts auch hier Vermögenssteuer. Soweit Programm. Und ich bezweifle nun, dass diese sich von einer Einlagensicherung aufhalten lässt.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Mo Mär 18, 2013 8:44 pm

Mit irgendeiner (Vermögens)steuer habe ich doch gar kein Problem.
Diese wird diskutiert, beschlossen, und natürlich auch gemäß den Gepflogenheiten eines demokratischen Rechtsstaates bekannt gemacht und dann erst eingeführt. Jeder weiß das vorher und kann sich darauf vorbereiten.

Etwas völlig anderes ist jedoch hier passiert. Da wird über Nacht per noch nicht gefassten Beschluss, und damit ohne jede Grundlage, auf die Sichteinlagen der Sparer zugegriffen. Diebstahl, eine andere Bezeichnung lässt sich dafür kaum finden.

[...] Noch in der Nacht wurde der Anteil, den jeder zyprische Bankkunde tragen muss - 6,75 Prozent für Einlagen unter 100.000 Euro, 9,9 Prozent für Einlagen über 100.000 Euro - eingefroren. Heißt: Die Kunden hatten keine Chance mehr, an das Geld heranzukommen. Als am Samstagmorgen ein kleiner Sturm auf die Filialen einsetzte, teilten die Bankangestellten den empörten Sparern mit, dass das Online-Banken-System ausgesetzt sei.
Jeder, der sein Geld bei der Bank einzahlt konnte sich bislang sicher sein, dieses bis zur gesetzlich garantierten Mindestsumme nicht zu verlieren. Selbst wenn die Bank pleite gehen würde, die Einlagen sind geschützt. Und hier greift der Begriff "Einlagensicherung". Wir wissen zwar, dass die tatsächliche Sicherheit der Einlagen gerade dann nichts wert ist, wenn ein ganzes System kollabiert, aber darum geht es hier nicht. [...]
Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland ... 84891.html


Bezeichnend ist auch, dass Frau Merkel meint ihr "Garantie" erneuern zu müssen . Eben jene Worthülse, die noch nicht einmal bei der NOA-Bank greifen sollte. Es scheint wohl notwendig, diese inhaltsleere Beruhigung zu wiederholen. Es sind Wahlen.

Übrigens: Ein vereinbarter freier Kreditrahmen, wie zum Beispiel der Dispositionsrahmen, stellt auch eine Art von Guthaben für den Kontoinhaber dar. Denn er kann ja über diese Summe frei verfügen. Wer sagt, dass dieser Dispositionsrahmen also nicht auch mit dieser Sonderabgabe belastet wird?

Beispiel: Jemand steht mit 100 Euro im Dispo seines Girokontos. Er besitzt einen Dispositionsrahmen in Höhe von 3.000 Euro. Und auf diese 3.000 Euro würden über Nacht 6,75% Abgabe fällig, das sind dann 202,50 Euro. Sobald die Geldautomaten wieder funktionieren hat dieser jemand also 302,50 Euro Soll auf seinem Girokonto.

Wer, Entschuldigung, kann darlegen, dass es nicht genau so kommt/kommen wird. Vielleicht noch nicht heute in Zypern, aber das, was da geprobt wird, ist nichts weiter als eine Blaupause für spätere Aktionen in anderen Ländern.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Mo Mär 18, 2013 9:15 pm

Cyprus' banks will open tomorrow Tuesday the 19th, barring an order from the Central Bank, said Aliki Stylianou, spokeswoman for the Central Bank, in comments to the state broadcaster.

Zyperns Banken sind ab Dienstag wieder geöffnet.
cyprusnewsreport.com Mon, 18/03/2013 - 10:14

Cyprus banks will remain closed on Tuesday 19th and Wednesday 20th of March, according to an announcement from the finance ministry upon the suggestion of the Central Bank. ATMS will be filled with money in the morning, however.

Zyperns Banken bleiben auch Dienstag und Mittwoch geschlossen, um einen Banken-Run verhindern. Die Geldautomaten sollen am Dienstag Morgen wieder mit Geld bestückt werden.
cyprusnewsreport.com Mon, 18/03/2013 - 19:42

Wie lange die Versorgung der Automaten dem Ansturm anhält, wird nicht erwähnt.

Und hier noch die deutsche Rechtsgrundlage laut Handelsblatt (Mäusefalle 14:05)
KWG §47
KWG §48
VolkerM
 
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Mäusefalle » Di Mär 19, 2013 12:29 pm

Hier ein Interview mit Peter Gauweiler aus der Stuttgarter Zeitung

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 69fdc.html

Auch er kommt auf das KWG und seinen Interpretationsspielraum zu sprechen:
Gauweiler hat geschrieben:Es gibt im Kreditwesengesetz (KWG) den nicht sehr bekannten Paragraf 47. Wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kreditinstituten zu befürchten sind, die schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft erwarten lassen, kann die Bundesregierung anordnen, dass Banken schließen und im Kundenverkehr keine Zahlungen mehr leisten. Das kann durch Rechtsverordnungen sehr schnell geschehen, auch am Wochenende. Die Begriffe in diesem Paragrafen sind auch noch schwammig formuliert und bieten der Regierung einen großen Interpretationsspielraum.

Hervorhebung von mir.
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