Island, Irland, Griechenland ...

Alles was sonst nirgends passt

Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon ymerlin » Di Mär 19, 2013 12:38 pm

Gauweiler hat geschrieben:Das kann durch Rechtsverordnungen sehr schnell geschehen, auch am Wochenende.

Das wird wohl der Regelfall sein. Falls es ein Ende des Euros oder ähnlich einschneidende Ereignisse geben sollte, wird dies auch an einem Freitagabend nach Börsenschluss geschehen. Oder noch bevorzugter an einem langen Wochenende mit Feiertag(en) wie es jetzt auch auf Zypern der Fall war.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Di Mär 19, 2013 10:15 pm

Cypriot MPs have voted against a proposed tax on bank deposits with zero votes for, 36 against and 19 abstentions, as expected.

The House rejected even a watered down version of the original proposal, which provided for a 6.75 percent cut on deposits under 100,000 euros; and 9.9 percent on deposits over 100,000 euros.

It is the second day that the banks have remained closed, impacting the economy because only petty cash from the ATMs is available. The Cyprus Stock Exchange remained closed along with the banks, which will be shut until Thursday 21st March.

Chairman of the stock exchange Nondas Metaxas said that the Athens platform will also stay closed, because payments cannot be made while the banks are shut. Cyprus Securities and Exchange Commission head Demetra Kalogirou told the state broadcaster that the haircut is an unjust decision that blackmails Cyprus, and that it must be handled in a calm way. Escrow accounts have also been targeted in the haircut, she said.

Thousands of concerned locals and foreigners who have accounts in Cyprus are worried about their funds, and the ripple effect has gone through the markets as investors take note that the Eurogroup is prepared to dip into the savings of private individuals and companies in their rescue efforts of distressed sovereigns.


cyprusnewsreport.com

Das Zypriotische Parlament hat auch die abgemilderte Form des 'Haircut' (der Konten-Plünderung) abgelehnt. Banken und Börse bleiben geschlossen, Geld gibt es nur an Automaten.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon VolkerM » Mi Mär 20, 2013 4:56 pm

Schäuble wörtlich: „Die zyprischen Banken sind geschlossen. Es ist kritisch, ob sie die Banken überhaupt wieder öffnen können.“

deutsche-mittelstands-nachrichten.de 20.03.13, 07:46

Gerüchten nach sollen die Banken bis Dienstag geschlossen bleiben.

Nigel Farage: „Holt euer Geld von der Bank, so lange ihr noch könnt!“

Nigel Farage sieht in der EU-Zwangsabgabe eine unmissverständliche Botschaft an Italien, Spanien und Portugal: Sie sollen ihre Guthaben von den Banken abziehen, solange das noch möglich ist. Die Briten sollten damit anfangen, weil man in einem undemokratischen, rechtlosen Europa nicht mehr investieren könne.

Der Chef der britischen Liberalen im Europa-Parlament, Nigel Farage, sagte in einem Interview auf Russia Today (geführt vor dem Nein in Zypern), dass selbst er in seinen verwegensten Gedanken es nicht für möglich gehalten hätte, dass die EU den Leuten in der Krise das Geld einfach „stehlen“ würde. Er hat eine klare Botschaft an die Bürger Südeuropas: „Holt euer Geld von der Bank, so lange ihr noch könnt!“

Es sei sinnlos, in der Euro-Zone zu investieren, weil sei von Leuten regiert werde, die die Prinzipien von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht achten.

Die von Deutschland angeführte Entscheidung zur Enteignung sei die „schlimmste Entscheidung, die wir in der ganzen Euro-Krise bisher gesehen haben“.

Die Euro-Retter seien entschlossen, alles zu tun, um die Zone am Leben zu erhalten. Dies geschehe vor allem deshalb, weil sonst die Nord-Staaten – Deutschland, die Niederlande und Finnland – „massive Verluste“ erleiden würden. Dazu sei es notwenig, dass jedes Land in der Euro-Zone gehalten werde, weil sonst das ganze Kartenhaus der EU zusammenbrechen würde.

Farage empfiehlt Zypern, eine Staatspleite durchzuführen und zu versuchen, einen Rest an Glaubwürdigkeit in seinem Banken-Sektor zu bewahren. Er sagte, dass auch Luxemburg in einer ähnlichen Situation sei, dass jedoch die EU vor der Lage im Land von Jean-Claude Juncker einfach „beide Augen zudrückt“.

deutsche-mittelstands-nachrichten.de 20.03.13, 08:10
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Matthieu » Mi Mär 20, 2013 5:22 pm

@ Volker M.

Irgendwoher muss das Geld ja kommen.
Kann ich deinen Beiträgen entnehmen, dass du der staatlichen zyprischen Einlagengarantie für den Fall der Bankeninsolvenz vertraust, oder möchtest du dich persönlich an einer Spendenaktion beteiligen?
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Mäusefalle » Do Mär 21, 2013 10:51 am

Artikel in der Welt: "Zyprer lachen über kalte Enteignung in Deutschland"

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/ ... hland.html

Es werden die Zinserträge der letzten Jahre in verschiedenen EU-Staaten absolut und inflationsbereinigt gegenübergestellt (wobei noch keine Abg-St berücksichtigt ist) und ein Vergleich von Zypern zu Island hergestellt.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Fr Mär 22, 2013 3:27 am

Island als Vorbild? JA!

Erster Schritt zu Bankensanierung - Zypern spaltet Laiki Bank auf
Die Zentralbank von Zypern hat eine erste konkrete Entscheidungen zur Sanierung angeschlagener Geschäftsbanken getroffen. Eine Sprecherin teilte mit, dass die Laiki Bank in eine funktionsfähige und eine "Bad Bank" aufgespalten werde. "Sie werden das ganze System auflösen", sagte ein Gewerkschaftsführer.

Damit solle die Laiki Bank vor dem Zusammenbruch bewahrt werden, sagte der Zentralbankchef, Panikos Demetriades. Er hatte zuvor an einer Dringlichkeitssitzung aller Parteivorsitzenden unter Vorsitz von Präsident Nikos Anastasiades teilgenommen. Demetriades sprach von einem Schritt in Richtung der "Erfüllung der Bedingungen" von EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF). [...]
Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/zypern384.html


Vielleicht sollte man die Banken nicht in Gute und Schlechte Banken aufteilen, sondern in Geschäfts- und Investmentbanken. Erstere für's reale Leben. Wenn Letztere (wieder) krachen schadet das wenigstens nicht der Realwirtschaft. So wie dies Island beschlossen hat. Nur Mut!
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Matthieu » Fr Mär 22, 2013 1:26 pm

Falls es jemanden interessiert, wie die Nachtsitzung vom 14. auf den 15. März, während der der Euro-Rettungsplan für Zypern beschlossen wurde, wirklich gelaufen ist: Es gibt eine sehr plausiblen Bericht auf dieser Seite: http://tempsreel.nouvelobs.com/la-crise ... choue.html

Wer was befürwortet oder abgenickt hat und - jedenfalls vordergründig - wofür verantwortlich ist, ist in keinem der sonstigen Medien (SPON/FAZ/HB/Wiwo/Express/El País), die ich verfolge, so genau geschildert worden. Natürlich ist es hilfreich dabei, wenn man Französisch kann. Für wirklich Interessierte würde ich auf Wunsch aber auch ein Resümee auf Deutsch verfassen und hier reinstellen.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Fr Mär 22, 2013 2:16 pm

Matthieu hat geschrieben:[...]Natürlich ist es hilfreich dabei, wenn man Französisch kann. Für wirklich Interessierte würde ich auf Wunsch aber auch ein Resümee auf Deutsch verfassen und hier reinstellen.

Das wäre sehr hilfreich, auch wenn es "nur" 2-3 Sätze werden. Danke schonmal im Voraus.

Ich lese gerade den meiner Meinung nach sehr lesenswerten Gastbeitrag von Frank Schäffler im Handelsblatt, "Vom Verfall der Sitten durch die Rettungspolitik", hieraus einige Zitate:
[...] Speziell in Bezug auf Zypern heißt das, dass die die zyprischen Banken getrennt von den Problemen des zyprischen Staates zu betrachten sind. Die Troika behauptet, der „zyprische Banksektor“ bräuchte 10 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung. Das ist in seiner Allgemeinheit schlicht Unfug. Nicht der Banksektor braucht Geld, sondern einzelne Banken. In einer Marktwirtschaft gibt es kein Branchenkollektiv. Vielmehr handelt jedes Unternehmen eigenverantwortlich. Das gilt auch und gerade im Hinblick auf seine Finanzierungsstruktur.

„Gutem Geld kein schlechtes hinterherwerfen“
Wenn eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten gerät, dann betrifft das ihre verschiedenen Gruppen von Gläubigern und Eigentümern. Diese haben komplexe Verträge geschlossen. Aus diesen ergibt sich, wer im Falle einer Insolvenz an welcher Rangstelle befriedigt wird. Aus diesen Verträgen ergibt sich auch die Verhandlungssituation in der Insolvenz oder der Insolvenznähe. Manchmal zeigt sich, dass es für Gläubiger und Eigentümer vorteilhaft ist, frisches Geld nachzuschießen. Wenn zum Beispiel russische Einleger oder Gläubiger zyprischer Banken es für nötig halten, so könnten sie Kapital nachschießen. Überlegungen dazu gab es.[...]
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Matthieu » Fr Mär 22, 2013 5:42 pm

Na, wenn der Chef höchstselbst drum bittet. Hier also der nahezu komplette Bericht des "Nouvel Obs"- allerdings ohne die anschließenden Kommentare. Wir machen uns ja so und so unsere eigenen Gedanken.

Die Ausgangssituation vor der Sitzung der Finanzminister der Eurogroupe ist ja wohl bekannt:
10 Mrd. will die EU liefern, 7 Mrd. soll Zypern aufbringen. 1,2 davon scheinen gesichert durch die Erhöhung von Unternehmenssteuern und einige Privatisierungen. Bleiben von Zypern zu erbringende 5,8 Mrd.

Auf der Sitzung selbst macht sich zunächst der zyprische Präsident Anastasiades mit den Ministern bekannt, verlässt vor Beginn der Verhandlungen aber den Raum und wartet (vermutlich = döst) in einem Büro nebenan.

Da die Troika sich zwischen verschiedenen möglichen Lösungen nicht entscheiden kann, legt sie der Konferenz zum Auftakt zwei alternative Pläne vor.

Der Plan 1 (und ab hier wörtlich): „wird vom IWF und einigen Ländern befürwortet: Deutschland, Finnland, der Slowakei und den Niederlanden. Er geht davon aus, dass zwei große Banken pleite sind und das Problem darstellen. Auf sie muss sich der Plan konzentrieren. Die Idee ist, die guten Aktivitäten von den schlechten zu trennen und dann das zu machen, was die Experten einen ‚Bail-in‘ nennen, d. h. eine geordnete Insolvenz, die zuerst die Aktionäre und dann die Gläubiger der Banken anzapft‘. In diesem Rahmen blieben die Einlagen bis zu 100.000 € komplett garantiert, aber alle Beträge oberhalb dieser Summe würden um 20-40% beschnitten. ‚ Man verschont die zyprische Großmutter und läßt diejenigen, die keinen zyprischen Wohnsitz (les non-résidents) und vom Steuersystem profitiert haben, bezahlen‘, fasst eine Verhandlungsteilnehmerin zusammen.
Dieses System erinnert ein bisschen an das, was Island gemacht hat, das die Einlagen seiner Bürger geschont und die Banken in die Insolvenz geschickt hat - zusammen mit den Einlagen der ausländischen Kunden, die von den hohen Zinsen, die ihnen inkonsequente Banker geboten hatten, profitiert hatten.

Der 2. Plan wurde von der Europäischen Kommission favorisiert, die eine einvernehmlichere Lösung suchte, weniger traumatisierend, weniger brutal als eine Insolvenz. Ihr Vorschlag: eine Steuer, eine Abgabe auf die Bankeinlagen erheben, sehr bescheiden (3,3%) für die kleinen Konten und bis auf 12,5% ansteigend für die Konten oberhalb von 100.000 €.
Wolfgang Schäuble, der deutsche Finanzminister, hat sich sofort nach der juristischen Problematik erkundigt: Wenn man sich an die Einlagen unter der Schwelle von 100.000 € heranwage (der europäischen Schwelle für die Garantie der Einlagen), gebe es da nicht ein Problem? ‚Non!‘ antworten ihm sowohl die Kommission als auch ihr Minister (?unklar: die EK hat einen Präsidenten, aber keinen Minister – oder? vermutlich geht es um Dijsselbloem), ‚kein Problem‘, die Banken seien ja nicht in der Insolvenz, es handele sich ganz einfach um eine Vermögenssteuer. Mit der Garantie der Einlagen habe das nichts zu tun.

Plötzliche Wendung

Die Eurogruppe macht sich diesen Freitag Abend (ach so, ja, es war die Nacht vom 15. Auf den 16., M.) in Brüssel also an die Arbeit. Man muss sich zwischen den beiden Plänen entscheiden. Zypern, mit dem Rücken an der Wand, mag weder den einen noch den anderen. ‚Nach einer Dreiviertelstunde‘, berichtet ein Teilnehmer, ‚zeichnet sich eine Mehrheit für den Plan der Kommission ab‘. Frankreich und die EZB unterstützen diesen Plan, der flexibler (geschmeidiger) zu handhaben sei als die Insolvenz zweier Banken. Deutschland, Finnland, die Niederlande und die Slowakei kapitulieren. Paris versucht immerhin noch, eine Bedingung einzufügen: nicht bei den Einlagen unter 100.000 zuzulangen, um eine Verwirrung bei den Sparern hinsichtlich der Garantie ihrer Einlagen zu vermeiden. Frankreich wird nicht so recht gefolgt. Man verbleibt bei einer progressiven Besteuerung, die aber auch die kleinen Konten erfasst. Auch die Zyprioten akzeptieren diesen Plan.
‚Sie fangen sogar schon an, die Journalisten im Pressesaal zu informieren (briefer)‘, berichtet eine Quelle. ‚Tenor: Wir haben eine Übereinkunft.‘

Währenddessen erstattet der (zyprische) Finanzminister Präsident Anastasiades seinen Bericht.
Überraschung: Dieser lehnt die gefundene Lösung kategorisch ab! Er weigert sich, nach Nikosia mit einem Plan zurückzukehren, der die großen Einlagen mit einer Abgabe von über 10% belegt. Er hofft, dass, wenn man unterhalb dieser Schwelle bleibe, die russischen Gelder sein Land nicht verlassen und dass das Wirtschaftsmodell Zyperns, spezialisiert auf steuerliche Optimierung, nicht sofort zusammenbrechen werde. Er ist sehr entschieden.

Es geht von vorn los…

Der zyprische Finanzminister verkündet also seinen Kollegen, dass alles noch einmal neu durchdiskutiert werden müsse.
Es ist knapp vier Uhr morgens. Man geht noch einmal die Berechnungen durch. Man landet so bei 9,9% für die Vermögen über 100.000 € und 6,75% für die anderen. Pierre Moscovici, der frz. Finanzminister, warnt noch seine Kollegen vor der Abgabe auf die Vermögen unter 100.000.
‚Das Verhalten der Zyprioten‘, bekräftigt ein Teilnehmer, ‚versetzt alle in Erstaunen‘ (wörtlich: lässt sie mit offenem Mund – also die kriegen die Klappe nicht zu, so verblüfft sind sie). Niemand versteht die politische Position von Anastasiades. Es ist, als provozierte er selbst bei sich zu Hause die Protestkundgebungen gegen den eigenen Plan…

…Alle Teilnehmer sind müde. Da aber die 7 Mrd., die Zypern beitragen muss, um den Plan zu komplettieren, auf dem Tisch liegen, trennt sich die Eurogruppe mit einer Übereinkunft …einstimmig.“
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Fr Mär 22, 2013 9:45 pm

Das ist in der Tat ein sehr aufschlussreicher Text. *DANKE*
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon gokarn » Sa Mär 23, 2013 8:13 pm

Hi Matthieu, sehr interessant! Wie kommst du denn an sowas? - oder will ich das nicht wissen...
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon HansW » Sa Mär 23, 2013 8:45 pm

.
gokarn
es steht 2 posts davor... :mrgreen:
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon gokarn » So Mär 24, 2013 10:05 am

Uups - ich dachte ich hatte jeden Post der letzten 4 1/2 Jahre gelesen...
Der ist mir entgangen, danke HansW.
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon lavcadio » Do Apr 18, 2013 12:42 pm

[b]Island will EU-Beitritt absagen
Der voraussichtliche Sieger der Parlamentswahl in Island kommende Woche möchte den EU-Beitrittsprozess des Nordatlantik-Staates dauerhaft auf Eis legen.
Erst wenn die Union die in der Eurokrise aufgezeigten Herausforderungen bewältige, könne sein Land über einen Beitritt befinden, sagte der Chef der in den Umfragen führenden Fortschrittspartei, Sigmundur David Gunnlaugsson, der APA in Reykjavik. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Island in nächster Zeit beitritt“.[/b]
[...]
Quelle: http://www.format.at/articles/1316/931/ ... u-beitritt


LESENSWERT sind auch zwei dortige Kommentare:

Das ist die beste Idee...
nach der Idee mit dem Bankn bankrott gehen zu lassen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Davon kann man hierzulande nur träumen.
pedrobergerac 17. 04. '13 14:54



Gscheite Leit....
Die Überlegung der Isländer ist irgendwie nachvollziehbar. Aus heutiger Sicht müßte man bei uns auch überlegen....
Fipo2617. 04. '13 12:42


Auch wenn diese Kommentare nach Österreich zielen, ich unterschreibe das dort gesagte bedenkenlos.

Deutsche Politiker wollen sich ganz offensichtlich kein Beispiel daran nehmen, wie mit verantwortungslosen Geschäftemachern umgegangen wird (vor Gericht bringen), wie eine nicht überlebensfähige, privatwirtschaftliche Firma (=Bank) "behandelt wird (Insolvenz). Davon, dass die verantwortlichen Politiker, allen voran Jörg Asmussen, Peer Steinbrück und, natürlich, unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel auch nur den Hauch einer Verantwortung übernehmen würden rede ich ja gar nicht. Diese Illusion habe ich 2008 verloren. Unsere Kinder werden uns fragen: Weshalb habt ihr nicht gehandelt. Beschämend. Das keine Island zeigt, nicht nur uns, wie es geht. Respekt, Chapeau!
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Re: Island, Irland, Griechenland ...

Beitragvon Mäusefalle » So Apr 28, 2013 9:47 pm

Das Wahlergebnis in IS - ich stelle es mal hier rein. An sich würde es zum gestrigen Artikel im Medienspiegel passen, wo ich aber nicht posten kann.

http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 34314.html
28.04.2013, 14:36 Uhr
Rechtsruck bei Parlamentswahl
Island zeigt der EU die rote Karte

Bei der Wahl in Island wurden die Uhren zurückgestellt: Konservative und Liberale kehren in die Regierung zurück. Genau sie hatten das Land einst in die Bankenkrise geführt - und von Europa wollen sie nichts mehr wissen.

EDIT: Ich sehe jetzt gerade den Post von User Rhodt 28. Apr 2013, 20:03 (viewtopic.php?f=54&p=112501#p112501), dessen Zitat hinsichtlich der Gläubigerbeteiligung stammt auch aus o.g. Handelsblatt-Artikel.
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