Weihnachtsgedicht

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Weihnachtsgedicht

Beitragvon kaupthingforum.de » Di Dez 24, 2013 4:25 am

Die Gier
von Wilfried Schmickler

Was ist das für ein Tier, die Gier?
Es frisst an mir,
Es frisst in dir,
Will mehr und mehr
Und frisst uns leer.

Wo kommt das her,
Das Tier, und wer
Erschuf sie nur,
Die Kreatur?

Wo ist das finstre Höllenloch,
Aus dem die Teufelsbestie kroch,
Die sich allein dadurch vermehrt,
In dem sie dich und mich verzehrt?

Und wann fängt dieses Elend an,
Dass man genug nicht kriegen kann
Und plötzlich einfach so vergisst,
Dass man doch längst gesättigt ist
Und weiter frisst und frisst und frisst?

Und trifft dann so ein Nimmersatt
Auf jemanden, der etwas hat,
Was er nicht hat und gar nicht braucht,

Dann will er’s auch.

Wie? Das soll’s schon gewesen sein?
Nein, einer geht bestimmt noch rein!
Und überhaupt – da ist doch wer,
Der frisst tatsächlich noch viel mehr.
Und plötzlich sind sie dann zu zweit:
Die Gier und ihre Brut der Neid.

Das bringt mich noch einmal ins Grab,
Dass der was hat, das ich nicht hab,
Dass der wo ist, wo ich nicht bin,
Das will ich auch, da muss ich hin!

Warum denn der?
Warum nicht ich?
Was der für sich,
Will ich für mich!
Der lebt in Saus
Und lebt in Braus
Mit Frau und Hund und Geld und Haus
Und hängt den coolen Großkotz raus.

Wahrscheinlich alles auf Kredit,
Und unsereiner kommt nicht mit.
Der protzt und prahlt
Und strotzt und strahlt.
Wie der schon geht.
Wie der schon steht.
Wie der sich um sich selber dreht.

Und wie der aus dem Auto steigt
Und aller Welt den Hintern zeigt.

Blasierte Sau!
Und seine Frau
Ist ganz genau
So arrogant
Und degoutant!

Und diese Blagen,
Die es wagen
Die Nasen so unendlich hoch zu tragen!

Dann hört er aber auf, der Spaß! –
So kommt zu Neid und Gier der Hass

Und sind die erst einmal zu dritt,
Fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt,
Bis dass der Mensch komplett verroht
Und schlägt den anderen halbtot.

Und wenn ihr fragt:

Wer hat ihn bloß so weit gebracht?
Das hat allein die Gier gemacht!

(Entnommen aus Wilfried Schmickler, „Es war nicht alles schlecht“. Erschienen bei WortArt. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.)

Quelle: "Das Blättchen"
http://das-blaettchen.de/2011/04/die-gier-4207.html

In Gedenken an die Banker, welche uns zusammen brachten.
Und die auch heute noch "gerettet" werden.

Frohes Fest, besinnliche Tage, und einen guten Rutsch nach 2014.
Auf das sich jeder auf das wirklich Wichtige besinnen kann.
Liebe Grüße von uns-euch an euch-uns.
: - )

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Re: Weihnachtsgedicht

Beitragvon skorpionforever » Di Dez 24, 2013 9:23 am

:roll: In diesem Sinne Frohe Feste! :P
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Re: Weihnachtsgedicht

Beitragvon emwe » Di Dez 24, 2013 10:15 am

Ein sehr treffendes Gedicht.
Insbesonders der "Dank" an die Bankster sollte in der Politik und bei den Betroffenen verbreitet werden.

Auch von mir den "Machern" des Forum aber auch dem harten Kern der Nochaktiven ein gesegnetes Weihnachtsfest und in 2014 alles, alles Gute.
emwe
 
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